Selbst katholische Gastwirte können momentan beim Blick gen Himmel so manchen Fluch kaum unterdrücken: Denn bei maximal elf Grad nehmen höchstens Eskimos gerne im Gastgarten Platz: „Da beißt man sich schon auf die Knöchel- und hofft aufs nächste Wochenende“, gibt Brigitta Ragginger vom gleichnamigen Landgasthof in Nußdorf am Attersee zu: „Ich bin jetzt 25 Jahre hier. In den ersten 15 Jahren haben wir uns zu Pfingsten fast überschlagen. Aber das Wetter wird immer unbeständiger. Fürs Wochenende haben wir 20 Gäste im Haus. Das Dreifache hätten wir gern.“ Gerade im Salzkammergut ist man von Tagestouristen abhängig. Ragginger: „Ich hoffe, dass wir zumindest am Abend voll sind. Bei diesem Wetter verlieren wir ein Drittel vom Umsatz, statt 400, 500 Gästen haben wir hundert.“
30 % weniger Umsatz bei „À la carte-Gästen“
Auch Franz Pernkopf vom Gmundner Landhotel Grünberg am See kiefelt an der Wettermisere: „Wir haben natürlich jetzt Firmungsgesellschaften, die reserviert haben. Der Tagesausflügler will aber den Gastgarten mit Blick auf den See.“ Pernkopf rechnet mit zehn Prozent Einbußen bei den Übernachtungen und 30 Prozent weniger Umsatz bei den „À la carte-Gästen“.
Keine Nerven kostet das miserable Wetter hingegen Pöstlingbergschlössl-Chef Anton Gallistl: „Wir sind eigentlich überrascht, wie gut es läuft. Wir hatten einen hervorragenden Mai mit einem höheren Umsatz als im Vorjahr. Bei uns ist allerdings das Abendgeschäft sehr wichtig. Wenn´s zu schön ist, gehen die Leute lieber baden.“ Ein Aperitif mit Blick über Linz sei trotz der wenig lauschigen Temperaturen gefragt – „und dann wartet drinnen ja der Tisch“.
Wanderwege, Frühschoppen und Firmgäste sorgen auch bei Peter Haudum in Helfenberg für ein volles Haus: „Ich setze auf Mischpublikum.“ Der Winter machte mehr Probleme: „Weil das Eisstockschießen so lange ging, blieb der Stammtisch leer.“
Foto: Reinhard Hörmandinger
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