Anfangs waren Handys in der Schule nur durch ständiges Klingeln ein Problem. „Deshalb müssen sie im Unterricht ausgeschaltet sein“, verweist Landesschulinspektor Bruno Huber auf die landesweite Regelung. Das gilt auch für die Lehrer.
Wesentlich ernster sind Gewalt- und Sexvideos, die auf Schülerhandys entdeckt wurden - aus dem Internet heruntergeladen oder von einem Freund bekommen. „Dieses Problem gibt es, man darf es nicht verschweigen“, sagt Huber. „Solche Filme können großen Schaden bei den jungen Menschen anrichten. Kinder nehmen ja alles unreflektiert auf.“ Deshalb empfahl er allen Schulen, das Thema Gewalt in den Unterricht einzubauen und aufzuklären. „Das kann in Religion ebenso sein wie in Deutsch oder Geschichte.“
Appell an die Eltern
Er appelliert auch an die Eltern, die Handys ihrer Kinder zu kontrollieren. „Ähnlich wie früher beim TV-Konsum sollten die Erziehungsberechtigten wissen, was der Nachwuchs konsumiert.“ Und: „Wir alle sind erst dabei, zu lernen, wie wir diese Welle der virtuellen Gewalt in den Griff kriegen. Leider gibt es noch kein Patentrezept.“
Auch Elternvertreterin Sieglinde Guserl aus Grünbach sieht die Erziehungsberechtigten gefordert. „Wir müssen sensibler werden, die Gewaltbereitschaft im Alltag, wie beispielsweise in der Werbung, erkennen. Und Erziehung beginnt bei den ganz Kleinen.“ Für sie ist es schlicht verantwortungslos, Kleinkinder unbeaufsichtigt fernsehen zu lassen. „Ich empfehle auch, Computerzugänge zu sperren, die für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sind.“
Handyverbot kein Thema mehr
Kein Thema mehr ist ein totales Handyverbot in Schulen. Findet ein Lehrer Unerlaubtes am Mobiltelefon, nimmt er es dem Schüler weg und lässt es von den Eltern abholen - notfalls jeden Tag wieder.
Schulexperten am „Krone“-Zeugnistelefon
Das Zeugnis steht vor der Tür. Droht ein Fünfer, gar ein Nachzipf? Gibt es Probleme mit einem Lehrer? Oder brauchen Sie rechtlichen Rat? Wenn Sie Sorgen rund um die Schule, Fragen zur Notengebung oder einfach ein Anliegen haben, rufen Sie an: am Donnerstag, 8. Juni, von 10 bis 11 Uhr, Tel: 0 732/7808, Klappe 443 oder 444. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer und sein Expertenteam stehen am „Krone“-Zeugnistelefon Rede und Antwort.
Symbolfoto: Martin Jöchl
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.