14.10.2015 14:41 |

Recht bekommen

Gefängnistor zu laut - Häftlinge klagten den Staat

Kirchenglocken, traditionelles Osterratschen - weg damit, alles zu laut. Doch es geht noch skurriler: Im Gefängnis Stein hat eine Gruppe von Häftlingen den Staat geklagt. Der Grund: Den Schwerverbrechern werde der Schlaf von einem Sicherheitseisentor geraubt. Die Volksanwaltschaft hat eine "Dezibel-Reduktion" verordnet, ein Dämpfer wurde eingebaut.
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Es war ein metallisches Klicken zu hören, wenn das elektronisch angetriebene Eisentor zum Hof des Hochsicherheitsgefängnisses ins Schloss fiel - ein Klicken, mehr nicht. Doch das gefiel einem der 740 schweren Jungs hinter Gittern ganz und gar nicht. Genau dieser eine Klick raubte ihm den Schlaf, riss ihn aus den Träumen oder störte seine Tagesroutine, sobald jemand die berühmt-berüchtigte Justizanstalt Stein betrat.

Er machte daraufhin in seinem Trakt mobil, rief vermeintlich lärmempfindliche Mithäftlinge zum Kampf gegen das laute Eingangstor und zur "Lärm-Revolte" auf, und das - wie sowohl Anstaltsleitung, als auch Volksanwaltschaft bestätigen - mit Erfolg. Die skurrile Sammelklage der verurteilten Verbrecher wurde mit Argusaugen von Volksanwältin Gertrude Brinek begutachtet, der Beschwerde schließlich stattgegeben.

Dämpfer um 500 Euro eingebaut
Während in der Lärm-Causa um das Kirchenglockengeläute im Linzer Mariendom - ein Anrainer klagte, weil seine Nachtruhe gestört sei - noch keine Lösung gefunden wurde, können Stein-Häftlinge endlich wieder entspannt durchschlafen. Die Schließgeschwindigkeit des Eisentores wurde soweit reduziert, dass die "unerträgliche" Geräuschkulisse verhindert wird. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, mussten auf Anordnung zusätzlich 500 Euro investiert werden - für einen speziellen Schalldämpfer...

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