Alkohol fürs Herz

Das tägliche Achterl ist nur für Männer gut

Wissenschaft
29.05.2006 14:28
Soll man oder soll man doch nicht - täglich ein Gläschen Rotwein fürs Herz trinken? Eine neue Studie aus England besagt, dass Mann schon sollte, Frau sich dagegen durchaus zurückhalten darf. Beim weiblichen Geschlecht ist möglicherweise die Menge bedeutender als die Häufigkeit.

Viele Studien haben versucht, die positiven Auswirkungen von moderatem Alkoholkonsum auf die Gesundheit des Herzens nachzuweisen. Neueste Erkenntnis: Der Erfolg hängt vom Geschlecht des Alkoholkonsumenten ab.

Für die Studie wurden die Trinkgewohnheiten von 50.000 Menschen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren untersucht und sechs Jahre lang verfolgt. Frauen tranken im Durchschnitt fünfeinhalb alkoholische Getränke pro Woche, Männer das Doppelte.

Täglich Alkohol positiv für Männerherzen, für Frauen nicht
Wenn sie täglich eine kleine Menge Alkohol tranken, fiel bei Männern das Risiko auf koronare Herzkrankheiten um 41 Prozent. Bei einmal wöchentlichem Alkoholkonsum verringerte sich das Risiko nur um sieben Prozent.

Für Frauen ließ sich dieser Unterschied nicht nachweisen: Damen, die einmal pro Woche zum Weinglas griffen, hatten ein um 36 Prozent geringeres Krankheitsrisiko. Ein täglicher Konsum brachte jedoch keine weitere Verbesserung. Die Wissenschaftler vermuten, dass bei Frauen die Menge bedeutender sein könnte als die Häufigkeit.

Hormonell bedingte Differenzen?
Laut Experten könnten die Unterschiede hormoneller Natur sein oder aber im Zusammenhang mit der Art des Alkohols stehen. Erwiesen ist lediglich, dass durch mehr Alkohol nicht mehr positive Wirkung erzielt werden kann.

Nicht klar, ob man schon präventiv Alkohol konsumieren soll
Annie Britton vom University College in London zur Untersuchung: "Wir wissen noch nicht, ob diese positiven Effekte sich im Lauf des Lebens steigern, oder ob wir, aus rein gesundheitlicher Perspektive, mit dem Trinken warten sollten bis wir alt sind und Herzkrankheiten auftreten."

Traubensaft statt Wein
Die positive Wirkung von Alkohol auf das Herz muss natürlich auch immer gegen negative Folgewirkungen wie Krebs oder Leberschäden abgewogen werden. Experten der British Heart Foundation meinen, dass Antialkoholiker für ihr Herz nicht unbedingt zur Flasche greifen sollten. Roter Traubensaft enthält beispielsweise die gleichen herzstärkenden Wirkstoffe wie Rotwein.

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