¿Business as usual¿

Ortschef Fritz Böhm amtiert schon wieder

Mit Routinearbeit im Gemeindeamt hat Bürgermeister Fritz Böhm den ersten Tag nach seiner (nicht rechtskräftigen) Verurteilung verbracht. „Es ist viel liegen geblieben und es tut sich ja immer was in Pasching“, ist er wieder ganz der Alte. Eine Entscheidung zum Urteil hat Böhm noch nicht getroffen.

„Business as usual“ am Dienstag im Paschinger Gemeindeamt, am Tag eins nach der Verurteilung des Gemeindeoberhauptes zu 18 Monaten bedingter Haft wegen Betruges und 41.400 Euro Geldstrafe wegen Amtsmissbrauchs gibt sich Fritz Böhm schon wieder selbstbewusst. Ob er das Urteil bekämpfen wird, ist noch nicht geklärt. „Die Entscheidung treffen meine Anwälte.“ Die Einspruchsfrist endet am Freitag.

Böhm „ein Machtmensch“
Als Barolo-Liebhaber und Porschefahrer wird der stets schwarz gekleidete Rote gerne tituliert. Für Richter Erich Jahn ist Böhm „ein Machtmensch“. Und als solcher, so der Richter in der Urteilsbegründung, hätte er jenen Bescheid, der Klarheit in die Bürgermeisterbezüge bringen könnte, längst über einen seiner „Vize“ erwirken können.

So viele Komplimente bekommt selten ein Angeklagter. Staatsanwalt Klaus Boris Theinschnack bezeichnete ihn als „Mann, der anpackt“. Vermisst hat der Ankläger aber jedwede Schuldeinsicht. Verteidiger Wolfgang Brandstetter, der auf nicht schuldig in allen Anklagepunkten plädiert hatte, sagte über seinen Mandanten: „Er spielt als Bürgermeister nicht in der Landesliga. Er spielt in der Bundesliga, wie der Paschinger Fußballverein.“

 

 

 

Foto: Chris Koller

Dienstag, 15. Juni 2021
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