Flüchtlingsansturm

"Wir müssen im Süden mit allem rechnen"

Kärnten
14.09.2015 22:03
Kärnten rüstet sich für den Flüchtlingsansturm über die Südgrenze. Bereits in der Nacht auf Dienstag kamen die ersten 520 Migranten; allerdings mit Bussen aus Wien. Da sich die Situation nicht entspannt, wurde bei einem Krisengipfel das weitere Vorgehen vereinbart. Die Informationspolitik bleibt aber problematisch.

Offenbar erst, als der Buskonvoi bereits unterwegs war, hat das Innenministerium das Land über die geplante Ankunft der Flüchtlinge in Villach informiert.

Die Zahl der zu Versorgenden variierte von 500 bis 650. Einer der Letzten in der Informationskette: Villachs Bürgermeister Günther Albel, der sich völlig vor den Kopf gestoßen fühlte. Landeshauptmann Peter Kaiser: „Kärnten tut alles, um den Menschen zu helfen. Die Nicht-Information des Innenministeriums erschwert diese Aufgabe enorm.“

Mit einem Kraftakt konnten die Hilfesuchenden in der Stadtbus-Garage, in der Feuerwehrgarage und beim Arbeitersamariterbund untergebracht werden.

„Kommando zurück“, hieß es daher beim Roten Kreuz, das die Versorgung der Neuankömmlinge übernimmt – und zuvor Mitarbeiter zur Verstärkung in andere Bundesländer geschickt hatte. „Wir stehen bereit – und wir müssen mit allem rechnen!“, so Sprecherin Melanie Reiter. Für die Logistik sorgt das Feuerwehrkommando. Die Suche nach weiteren Unterkünften für „Gestrandete“ läuft auf Hochtouren.

Mit allem rechnen muss auch die Polizei. Da sich wegen der Grenzsperren die Flüchtlingsrouten verschieben, reist der Chef der Grenzpolizei, Hannes Dullnig, am Dienstag nach Slowenien: „Wir müssen flexibel bleiben und warten auf Informationen.“

Informationen zu einem möglichen Assistenz- oder Unterstützungseinsatz des Bundesheeres in Kärnten werden ebenfalls für Dienstag erwartet. Im Land gibt es eine außerordentliche Regierungssitzung zur Krisenbewältigung. Im Polizeikommando wird eine Koordinationsstelle eingerichtet.

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