„Das Heer hilft uns mehr als die Bahn, unsere Personalnot zu mildern“ - so lautet das strenge Urteil des Präsidenten des Oberlandesgerichts für Oberösterreich und Salzburg, Dr. Alois Jung: Er muss 42 Kanzleikräfte, drei Handwerker sowie Karenzplanstellen einsparen, kann aber nicht alle mit Leasing-Sekretärinnen ersetzen - und nur schwer den Justizapparat teilprivatisieren. Denn die unabhängigen Richter verlangen vertrauenswürdige GerichtsschreiberInnen, damit kein geheimes Protokoll an die Öffentlichkeit gelangt, Verfahren gefährdet. Man befürchtet Verrat und Verfassungswidrigkeit.
Deshalb hoffte die Justizministerin auf geschulte und erprobte Verwaltungsbeamte von Bundesbahn und Bundesheer. Doch die Soldaten erwiesen sich als tauglicher als die ÖBBler, von denen jetzt einer fürs Linzer Oberlandesgericht die Aktenstöße herumkarrt, ein anderer im Rieder Landesgericht die Einlaufstelle zur vollsten Zufriedenheit schupft. Für jeden Leiharbeiter zahlt die Justiz den ÖBB monatlich 1000 Euro. Man wollte auch die Justizwache mit zehn weiteren Eisenbahnern aufstocken, aber keiner bewältigte den Aufnahmetest, den 26 Soldaten tadellos meisterten.
Foto: Sepp Pail













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