Nach heftiger Kritik

Traiskirchen: Bus-Quartiere durch Zelte ersetzt

Österreich
12.08.2015 14:52
Das Innenministerium reagiert auf die Kritik an der in Traiskirchen erfolgten Unterbringung von Flüchtlingen in Autobussen und ersetzt diese durch insgesamt 70 Zelte. Zuvor hatte Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler die Unterbringung in den Bussen als "letztklassig" bezeichnet. Auch das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hatte die Fahrzeuge wegen der Hitze darin und der geplant gewesenen langen Verweildauer am Standort als ungeeignet beanstandet.

Konkret geht es um jene Personen, die trotz Aufnahmestopps im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen neu ankommen und medizinisch untersucht, erstbefragt und registriert werden müssen. Um diesen einen "Warteraum" zu bieten, hatte das Ministerium elf Busse auf dem Gelände der angrenzenden Sicherheitsakademie aufgestellt.

Wegen der aktuellen Temperaturen und der Hitzeentwicklung in den Bussen habe man nun festgestellt, dass diese auch als improvisierte Lösung nicht geeignet seien, hieß es. Verstärkt werde dies durch den Umstand, dass die Aufnahmeprozedur zurzeit nicht wie vorgesehen höchstens 48 Stunden, sondern - wegen der schleppenden Übernahme durch die Länder - teils vier bis fünf Tage dauere.

"Alle werden ein Zeltdach über dem Kopf haben"
Weil es auch von der Caritas eine entsprechende Empfehlung gegeben habe, werden nun 70 Zelte für je acht Personen aufgestellt. Der Austausch soll noch am Mittwoch abgeschlossen werden, mit den 560 Plätzen komme man aus. "In dem Bereich werden alle ein Zeltdach über dem Kopf haben", so ein Sprecher des Innenministeriums.

Babler sei über die Maßnahme informiert, damit aber nicht einverstanden, hieß es. Schon zuvor hatte er dafür plädiert, bestehende Quartiere im Umfeld Traiskirchens zu öffnen. Laut Innenministerium ist das für diese Flüchtlinge aber nicht machbar, denn sie müssten in der Nähe der Erstaufnahmestelle bleiben, um die ersten Verfahrensschritte durchführen zu können.

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