Mo, 18. Juni 2018

Unglück im Kühtai:

05.07.2015 17:58

Hängegleiter-Pilot starb bei Absturz im Gewitter

Gewitter waren in den Hitzetagen in Tirol die Ausnahme – umso mehr Pech war Samstag Mittag dabei, als ein einheimischer Hängegleiter-Pilot (48) im Oberland in eine Unwetterzone geriet. Der Telfer stürzte im Längental (Kühtai) ab und konnte erst gestern tot geborgen werden. Sein Flugkamerad rettete sich nach Telfs.

Die beiden befreundeten Hängegleiter-Piloten waren am Venet (Gemeinde Zams) gestartet und wollten Richtung Telfs fliegen. Über dem vorderen Ötztal, im Bereich Acherkogel, geriet das Duo gegen 12.45 Uhr in eine Gewitterzelle, die sich sehr schnell gebildet hatte. "Die Piloten wollten dem Unwetter ausweichen. Einer konnte davonfliegen und gelangte sicher nach Telfs. Den zweiten verlor er aber aus den Augen", schildert Polizei-Pressesprecher Stefan Eder.

Schwierige Suche in großem Gebiet

Der zweite Pilot schlug später Alarm, auch die Bergrettung Oetz rückte gegen 19.30 Uhr aus. "Das Gebiet ist riesengroß, daher war die Unterstützung des Polizeihubschraubers Libelle notwendig. Darin saß auch der zweite Hängegleiter-Pilot, mit dem man die geplante Route abflog", schildert Florian Falkner von der Bergrettung Oetz.

Bergung erst am nächsten Tag

Die Hubschrauber-Besatzung war es dann auch, die im Längental (Gemeinde Silz) im Bereich Acherkogel traurige Gewissheit erlangte: Der Hängegleiter samt Notschirm lag im felsigen, unwegsamen Gebiet. Ein Flugretter seilte sich am Tau ab und stellte den Tod des Piloten (48) fest. Die Bergung wurde wegen der einbrechenden Dunkelheit erst gestern durchgeführt. "Spuren eines Blitzeinschlages waren am Fluggerät nicht feststellbar", sagte Eder.

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