Bizarres Wesen

Forscher rekonstruieren Aussehen von Urzeitwurm

Wissen
26.06.2015 20:35
Durch systematische Untersuchungen von 165 Fossilien eines urzeitlichen Stachelwurms namens Hallucigenia ist es Forschern jetzt gelungen, das Aussehen des Tieres zu rekonstruieren. Das bizarre, bis zu fünf Zentimeter lange Wesen besaß einen wurmähnlichen Körper, der mit spitzen langen Stacheln bedeckt war, und hatte in Maul und Rachen einen Ring nadelspitzer Zähne.

Als man die ersten versteinerten Überreste von Hallucigenia in der Burgess-Shale-Formation in Kanada erstmals entdeckte, gab der bizarr aussehende Urahn der heutigen Insekten den Forschern Rätsel auf. Es war nicht einmal klar, wo bei dem Tier vorne und hinten war, berichtet Martin Smith von der University of Cambridge im Fachjournal "Nature". Sie hielten eine ballonartige Erweiterung an einem der Enden zunächst für den Kopf des Tieres.

Vermeintlicher "Kopf" entpuppt sich als Hinterende
Doch genaue elektronenmikroskopische Untersuchungen zeigten nun, dass es sich beim vermeintlichen Kopf tatsächlich um Flüssigkeit handelte, die aus dem Darm des vor 500 Millionen Jahren lebenden Tieres austrat, als sein Kadaver nach dem Tod gequetscht wurde. Fündig wurden die Wissenschaftler aber am anderen Ende der Hallucigena-Fossilien. Sie fanden heraus, dass der Urzeitwurm zwei kleine Augen hatte und um seine Mundöffnung einen richtiggehenden Ring aus winzigen Zähnen besaß.

Die Forscher nehmen an, dass dieser den Tieren half, Futter einzusaugen. Beim Fressen bewegte sich das Maul - ähnlich wie beim mit ihm verwandten Peniswurm - wie eine Pumpe vor und zurück. Weitere Zähnchen im Rachen wirkten wie Widerhaken und stellten so sicher, dass das Futter nicht wieder aus dem Maul rutschten konnte.

Mithilfe der elektronenmikroskopischen Aufnahmen gelang des den Wissenschaftlern zudem, das Aussehen des urzeitlichen Tieres, das als ferner Vorfahre der Arthropoden, Bärtierchen und Stummelfüßer gilt, zu rekonstruieren. Und auch, wie sich der urzeitliche stachelbewehrte Wurm bewegt haben dürfte (siehe Video).

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