Fr, 17. August 2018

Bizarres Wesen

26.06.2015 20:35

Forscher rekonstruieren Aussehen von Urzeitwurm

Durch systematische Untersuchungen von 165 Fossilien eines urzeitlichen Stachelwurms namens Hallucigenia ist es Forschern jetzt gelungen, das Aussehen des Tieres zu rekonstruieren. Das bizarre, bis zu fünf Zentimeter lange Wesen besaß einen wurmähnlichen Körper, der mit spitzen langen Stacheln bedeckt war, und hatte in Maul und Rachen einen Ring nadelspitzer Zähne.

Als man die ersten versteinerten Überreste von Hallucigenia in der Burgess-Shale-Formation in Kanada erstmals entdeckte, gab der bizarr aussehende Urahn der heutigen Insekten den Forschern Rätsel auf. Es war nicht einmal klar, wo bei dem Tier vorne und hinten war, berichtet Martin Smith von der University of Cambridge im Fachjournal "Nature". Sie hielten eine ballonartige Erweiterung an einem der Enden zunächst für den Kopf des Tieres.

Vermeintlicher "Kopf" entpuppt sich als Hinterende
Doch genaue elektronenmikroskopische Untersuchungen zeigten nun, dass es sich beim vermeintlichen Kopf tatsächlich um Flüssigkeit handelte, die aus dem Darm des vor 500 Millionen Jahren lebenden Tieres austrat, als sein Kadaver nach dem Tod gequetscht wurde. Fündig wurden die Wissenschaftler aber am anderen Ende der Hallucigena-Fossilien. Sie fanden heraus, dass der Urzeitwurm zwei kleine Augen hatte und um seine Mundöffnung einen richtiggehenden Ring aus winzigen Zähnen besaß.

Die Forscher nehmen an, dass dieser den Tieren half, Futter einzusaugen. Beim Fressen bewegte sich das Maul - ähnlich wie beim mit ihm verwandten Peniswurm - wie eine Pumpe vor und zurück. Weitere Zähnchen im Rachen wirkten wie Widerhaken und stellten so sicher, dass das Futter nicht wieder aus dem Maul rutschten konnte.

Mithilfe der elektronenmikroskopischen Aufnahmen gelang des den Wissenschaftlern zudem, das Aussehen des urzeitlichen Tieres, das als ferner Vorfahre der Arthropoden, Bärtierchen und Stummelfüßer gilt, zu rekonstruieren. Und auch, wie sich der urzeitliche stachelbewehrte Wurm bewegt haben dürfte (siehe Video).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Nach Supercup-Triumph
Seitenhieb! Griezmann macht sich über Ramos lustig
Fußball International
Kultiger Werbespot
Chuck Norris verleiht Toyota-Pick-up Superkräfte
Video Show Auto
Kein Einsatz
Alaba verletzt: ÖFB-Kicker fehlt Bayern im Pokal
Fußball International
Claudio Marchisio
Nach 25 Jahren geht der Turiner Publikumsliebling!
Fußball International
Model im Glück
Ein Baby mit Tom? Das sagt Heidi Klum!
Stars & Society
Spanien-Italien-Start
Nach der Fiesta bläst Ronaldo zur Festa!
Fußball International
„Großartig gespielt“
Last-Minute-Drama: LASK beeindruckte Europameister
Fußball International
Heck von Mine versenkt
US-Schiffswrack aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden
Video Wissen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.