23.06.2015 15:39 |

Umwelt-Wächter

Zweiter "Sentinel"-Satellit ins All gestartet

Mit einer "Vega"-Trägerrakete (Video) hat die europäische Weltraumorganisation ESA in der Nacht auf Dienstag einen weiteren Satelliten der "Sentinel"-Serie ins All geschossen. Der 1.140 Kilogramm schwere "Sentinel-2A" ist Teil des EU-Erdbeobachtungsprogramm "Copernicus", mit dem sich Europa einen Vorsprung bei der Klima-Kompetenz sichern will.

Die "Vega"-Rakete mit der Flugnummer VV05 startete Dienstagfrüh um 3.52 Uhr MESZ vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Nach knapp 55 Minuten erreichte "Sentinel-2A" seine Position im All. Der von Airbus Defence and Space in Friedrichshafen am Bodensee gebaute Flugkörper kreist nach den Angaben in einer Höhe von 786 Kilometern um die Erde und soll deren Oberfläche detailliert abtasten.

Ziel ist es, vom All aus Daten über die Landoberflächen, die Ozeanen und der Atmosphäre zu sammeln. Von dort lassen sich nach Angaben der Experten mehr als die Hälfte der klimarelevanten Parameter beobachten. Diese werden Behörden, der Öffentlichkeit, der Wissenschaft und der Wirtschaft laut EU kostenlos zur Verfügung gestellt.

Insgesamt zehn "Sentinel"-Satelliten geplant
Bis 2021 wollen Europäische Kommission und europäische Weltraumorganisation ESA zehn "Sentinel"-Satelliten (englisch für Wächter) um die Erde kreisen lassen. Sie sollen umfassendes Material über Entwicklung und Nutzung des Planeten sammeln.

Von den weitgehend frei zugänglichen Daten erhoffen sich die Auftraggeber Möglichkeiten für schnelle Hilfe bei Katastrophen oder gezielte Reaktionen auf Ernteprobleme. Die Entwicklung des Klimas soll analysiert und das Wachstum von Städten erfasst werden.

Auf Grundlage der Informationen können Politiker etwa über Strukturmaßnahmen entscheiden. Die Daten stehen auch Unternehmen, Landwirtschaft oder Wissenschaft zur Verfügung. Kritisiert wird "Copernicus" wegen Möglichkeiten zur Grenzsicherung. So können etwa auch Flüchtlingsströme erfassen werden.

Ersten "Wächter"-Satellit seit 2014 im All
Bereits 2014 wurde mit "Sentinel-1A" ein Satellit für "Copernicus" im All platziert. Das mit rund sechs Milliarden Euro budgetierte "Copernicus"-Programm nutzt neben den zehn vorgesehenen eigenen Satelliten auch Daten anderer Raumfahrtprojekte und kombiniert die Informationen mit Messungen von Ballons, Flugzeugen, Wetterstationen, Flusspegeln oder Messbojen.

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