Mi, 15. August 2018

Sprengsatz gezündet

23.06.2015 08:20

Nigeria: Junge Attentäterin riss Dutzende in Tod

Eine Selbstmordattentäterin hat im Nordosten Nigerias laut Augenzeugen mindestens 20 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Nach dem Anschlag am Montag an einer Bushaltestelle in der Stadt Maiduguri seien 20 Leichen sowie 50 Verletzte gezählt worden, sagte ein Mitglied einer Bürgerwehr der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei sprach von einer weiteren Selbstmordattentäterin, allerdings nur von insgesamt zehn Todesopfern.

Die Attentäterinnen sollen Jugendliche gewesen sein. Am Nachmittag sei eine laute Explosion zu hören gewesen, sagte Danlami Ajaokuta, der einer Bürgerwehr angehört, die den Kampf gegen die islamistische Gruppe Boko Haram unterstützt. Der Anschlag habe sich an einem Busbahnhof in der Nähe des Fischmarkts ereignet, als sich dort Arbeiter gerade etwas zu essen besorgt hätten. Eine Frau sei mit einem Topf angekommen und habe ein Gericht feilgeboten.

Augenzeugin: "Attentäterin in Stücke gerissen"
"Plötzlich ist der Topf, der offenbar Sprengstoff enthielt, explodiert", sagte Ajaokuta. "Sie wurde in Stücke gerissen." 20 Leichen und 50 Verletzte seien gezählt worden. Ein Arbeiter bestätigte die Angaben. Da die Rettungsarbeiten aber noch andauerten, könne die Opferzahl noch steigen.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Er trug allerdings die Handschrift von Boko Haram. Die Islamistengruppe hatte in der Vergangenheit immer wieder Anschläge auf Zivilisten auf Märkten und Busbahnhöfen verübt. Sie setzten bereits mehrfach junge Frau als Selbstmordattentäterinnen ein. Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staates im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete die Gruppe nach UN-Angaben mehr als 15.000 Menschen. Seit Februar gelang es den Streitkräften von Nigeria und seiner Nachbarstaaten Niger, Tschad und Kamerun, die Extremistengruppe aus einigen Gebieten zurückzudrängen. Boko Haram verlagerte sich daraufhin wieder stärker auf Guerilla-Taktiken wie Anschläge auf zivile Ziele.

Neuer Präsident verstärkt Kampf gegen Terroristen
Seit dem Amtsantritt des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari am 29. Mai gab es in Maiduguri, der Hauptstadt des nördlichen Bundesstaates Borno, vermehrt Anschläge. Buhari hatte angekündigt, er werde den Kampf gegen Boko Haram verstärken und die Kommandozentrale dafür in der Millionenstadt Maiduguri einrichten. Alleine im Juni hatte es in Maiduguri bereits vier Anschläge gegeben.

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