16.06.2015 13:17 |

Von Gericht in Kairo

Todesurteil gegen Ex-Präsident Mursi bestätigt

Ein Kairoer Gericht hat am Dienstag das Todesurteil gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi wegen eines Gefängnisausbruches bestätigt. Die Richter wiederholten ihren international heftig kritisierten Richterspruch von Mitte Mai.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Islamist Anfang 2011 gemeinsam mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah eine Flucht aus dem Gefängnis organisiert hatte. Gegen das Urteil wird jetzt automatisch eine Berufungsverhandlung eingeleitet.

Zusätzlich ist Mursi am Dienstag wegen des Vorwurfs der Spionage zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht befand den 63-Jährigen für schuldig, für die islamistische Palästinenserorganisation Hamas, die libanesische Hisbollah-Miliz und den Iran spioniert zu haben.

Richterspruch vom Mai bekräftigt
Die Juristen bekräftigten mit der Entscheidung ihren international heftig kritisierten Richterspruch von Mitte Mai. In dem Prozess wurden bereits 16 Mitangeklagte zum Tode verurteilt, weil sie zwischen 2005 und 2013 Geheimdokumente ins Ausland geliefert haben sollen. Diese Urteile wurden nun bestätigt. Zuvor hatten die Richter die Meinung des ägyptischen Mufti in ihre Entscheidung einbezogen.

Der heute 63 Jahre alte Mursi war der erste frei gewählte Präsident des Landes. Mursi hatte 2012 als Kandidat der islamistischen Muslimbruderschaft die Wahl gewonnen. Im Juli 2013 wurde er nach Massenprotesten vom Militär gestürzt.

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