12.06.2015 15:57 |

"Tolles Konzept"

Vassilakou liebäugelt mit Regenbogen-Zebrastreifen

Die Aufregung um die Ampelmännchen in Wien hat sich gerade erst wieder gelegt, da liebäugelt die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou bereits mit dem nächsten diskussionswürdigen Projekt: Sie erklärte in einem TV-Interview, Zebrastreifen in Regenbogenfarben "prüfen zu lassen". Für die Grünen-Chefin sind die kunterbunten Schutzwege jedenfalls ein "ganz tolles Konzept".

Nachdem die neuen "Regenbogen-Ampeln" in Wien über die Grenzen Österreichs für Gesprächsstoff sorgten, könnte auch Vassilakous jüngster Vorschlag in Sachen Straßenverkehr wieder die Gemüter in der Bundeshauptstadt erhitzen. In einem Interview mit dem TV-Sender W24 auf Zebrastreifen im Regenbogen-Look angesprochen, liebäugelte die Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin offen mit dieser Idee, die sie in Neuseeland gesehen habe - und erklärte, dies einmal prüfen lassen zu wollen.

Sie könne sich vorstellen, dass hier "sehr viele Bedenken kommen werden", rechnet Vassilakou wie zuletzt bei den Ampelmännchen auch bei diesem Verkehrskonzept mit Gegenwind. "Das ist traditionell immer so in unserer Stadt. Aber ich bin guter Dinge, dass wir es schaffen, vielleicht auch dieses ganz, ganz, ganz tolle Konzept nach Wien zu bringen. Es schaut im Übrigen auch großartig aus", so die Wiener Grünen-Chefin.

Farbenfrohe Schutzwege rund um den Globus
Regenbogen-Zebrastreifen waren in der Vergangenheit bereits in mehreren Städten rund um den Globus temporär bei Umzügen und Protesten zum Thema Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben zu bestaunen. Die nicht immer auf legalem Weg entstandenen farbenfrohen Bodenmarkierungen mussten aber, wie zum Beispiel anlässlich des Christopher Street Day in New South Wales in Australien geschehen, oftmals gleich wieder entfernt werden. Sie würden nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen und könnten Passanten oder Autofahrer verwirren oder zu unangebrachtem Verhalten führen, so die Begründung der australischen Behörden damals.

Mittlerweile gibt es die Regenbogen-Zebrastreifen aber auch als permanente - und ganz legale - Verkehrsmaßnahme, etwa in der US-Westküstenmetropole und Homosexuellen-Hochburg San Francisco, im kanadischen Vancouver oder in Key West im US-Bundesstaat Florida. Um der Straßenverkehrsordnung zu entsprechen, werden die farbigen Markierungen meistens komplett oder zumindest teilweise weiß umrahmt. So bleiben die Fußgängerübergänge reflektierend - und somit selbst bei schlechten Sichtverhältnissen gut erkennbar.

Auch Köln diskutiert über Regenbogen-Zebrastreifen
Diskutiert wird über die Regenbogen-Schutzwege nicht nur Wien. Auch im kanadischen Calgary und in Köln wird laut Medienberichten über die Einführung der kunterbunten Schutzwege nachgedacht - in Köln übrigens laut einem Antrag der SPD als Alternative zu den Ampelmännchen nach Wiener Vorbild. "Sollte dieses (die Aufstellung von Lichtsignalanlagen mit homo- und heterosexuellen Ampelmännchen bzw. -frauen) nicht möglich sein, sollen alternativ in einem Viertel der Kölner Innenstadt auf den Straßen Zebrastreifen in Regenbogenfarben aufgetragen werden", so die Forderung einer sozialdemokratischen Bezirksvertreterin.

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