Skandal in den USA
“Schein-Krebshilfen” unterschlugen 187 Mio. Dollar
Laut der am Dienstag in Arizona eingereichten Klage beschuldigen die Verbraucherschutzbehörde FTC und die Anklagebehörden aller Bundesstaaten die Verantwortlichen von insgesamt vier "Schein-Krebshilfen", den größten Teil der Spenden für Autos, Luxusreisen, Studiengebühren, Fitnessabos, Konzertkarten oder Mitgliedsbeiträge für Partnerbörsen ausgegeben zu haben. Nur drei Prozent der Spenden gingen demnach an Krebspatienten.
Bei den vier Organisationen handelt es sich laut FTC um den Cancer Fund of America, die Cancer Support Services, den Children's Cancer Fund of America und die Breast Cancer Society. Der Klageschrift zufolge wurden alle vier angeblichen Krebshilfe-Organisationen von Angehörigen derselben Familie oder deren engen Freunden geleitet.
Betrug lief bereits seit 1987
Der Betrug lief demnach schon seit 1987, die 187 Millionen Dollar wurden allein in den Jahren 2008 und 2012 unterschlagen. Die Spendeneintreiber dürften bis zu 85 Prozent der von ihnen gesammelten Gelder einbehalten haben. Um die hohen Gehälter und Ausgaben zu verschleiern, wurden die Einkünfte mit Hilfe angeblicher Sachleistungsspenden aus dem Ausland künstlich aufgeblasen.
Nach Angaben von FTC handelt es sich um das bisher größte Verfahren gegen Spendenbetrug. "Krebs trifft jedes Jahr Millionen US-Bürger und ihre Familien", erklärte die oberste Konsumentenschützerin Jessica Rich. Durch den "ungeheuerlichen" Betrug seien seriöse Organisationen und damit unzählige Krebspatienten der "dringend benötigten Unterstützung beraubt" worden.
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