Krieg der Rocker

Neun Tote bei Schießerei: 170 Festnahmen in Texas

Ausland
19.05.2015 09:34
Nach dem Tod von neun Menschen bei Kämpfen verfeindeter Rockergruppen im US-Bundesstaat Texas steht die Polizei vor schwierigen Ermittlungen. Rund 170 Beteiligte seien unter dem Verdacht der organisierten Kriminalität in Verbindung mit Mord verhaftet worden, sagte Polizeisprecher Patrick Swanton am Montag.

Die Polizei befürchtet Vergeltungsaktionen der beteiligten Rockergruppen. "Es wurden Drohungen ausgesprochen, unsere uniformierten Beamten zu töten", sagte Swanton. Im Mittelpunkt des Streits standen Berichten zufolge die Gruppen "Bandidos" und "Cossacks".

Der Gewaltausbruch hatte sich am Sonntag in einem Grillrestaurant in der Stadt Waco ereignet. Der Auslöser ist noch unklar. Der zu untersuchende Tatort, ein Parkplatz vor dem Einkaufszentrum, in dem sich das Lokal befindet, ist laut Swanton riesig. Mehr als 100 Motorräder und 50 bis 75 Autos könnten als Beweismittel beschlagnahmt und auf Einschusslöcher und Blutspuren untersucht werden. "Wir haben es nicht eilig. Dies ist unser Tatort, und er ist abgeriegelt. Wir wollen nichts übersehen."

Eine Million Dollar Kaution pro Bandenmitglied
Ein Richter setzte die Kaution gegen jedes Bandenmitglied auf eine Million Dollar fest, wie die Zeitung "Waco Tribune-Herald" berichtete. "Es ist wichtig, eine Botschaft zu senden", sagte er demnach. Viele der Täter seien Fremde gewesen, auch sieben der Toten kämen nicht aus Waco. 18 weitere Menschen wurden verletzt.

Die Behörden entzogen dem Restaurant, das für leicht bekleidete weibliche Bedienungen bekannt ist, vorerst für die kommenden sieben Tage die Lizenz, Alkohol auszuschenken. Er hoffe, das Management des Restaurants entschließe sich, so lange geschlossen zu bleiben, sagte Swanton.

Waco 1993 durch Davidianer-Drama in den Schlagzeilen
Waco liegt im Zentrum von Texas und hat rund 130.000 Einwohner. Die Stadt war 1993 durch die Auseinandersetzung der Bundespolizei FBI mit schwer bewaffneten Mitgliedern der Sekte Branch Davidians in die Schlagzeilen geraten. Nach einer siebenwöchigen Belagerung der Sektenmitglieder setzten diese ihr Gebäude in Brand. Mehr als 70 Menschen, unter ihnen zahlreiche Kinder, starben.

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