Flucht aus Oman

“Ich habe ununterbrochen in Todesangst gelebt”

Tirol
13.05.2015 16:48
Einen regelrechten Albtraum erlebte der Oberösterreicher Wolfgang Rinner (61) im Oman. Mit schweren psychischen Problemen hat er seither zu kämpfen. Die "Krone" hat ihn bei Freunden in Seefeld getroffen. Im Interview schildert er ausführlich die traumatisierenden und unvergesslichen Erlebnisse.

Erschöpft, mitgenommen, aber doch erleichtert. Wolfgang Rinner ist von den Strapazen der letzten Monate sichtlich gezeichnet. "In den ersten Jahren im Oman fühlte ich mich wohl. Ich konnte sogar freundschaftliche Kontakte mit Einheimischen knüpfen, was für einen Fremden selten vorkommt", schildert der 61-Jährige.

Skrupellose Geschäftspartner

Berufliche Probleme haben sein Leben und seine Persönlichkeit aber prägend verändert: "Ich war selbstständig tätig und hatte omanische Teilhaber, denen ich vertraute. Bis sich herausstellte, dass sie mich übers Ohr gezogen haben. Sie wollten nur an mein Geld. Ein folgender Prozess war eine Farce und mich packte die Panik", erzählt Rinner. Er wollte auf der Stelle fliehen. Das war jedoch nicht einfach, da ein Ausreiseverbot über ihn verhängt wurde. Er bezahlte einem Polizisten 2000 Euro, damit dieser ihn für 72 Stunden aus dem System nahm. "Das war meine Rettung. So konnte ich mit dem Auto nach Dubai fahren und Paris fliegen", erzählt Rinner. Von Paris aus machte er mit Freunden einen Segeltrip – auch zur Ablenkung. Plötzlich klingelte das Satellitentelefon. Einer seiner Partner bedrohte ihn mehrmals mit dem Tode. "Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich zurück nach Österreich muss", sagt Rinner.

Zu Unrecht in Haft 

Heuer holte ihn die Vergangenheit ein: Er wurde in Albanien zu Unrecht verhaftet – es bestand ohne sein Wissen ein internationaler Haftbefehl. "Im Gefängnis war es schrecklich. Die Zelle war drei Mal zwei Meter groß, am Boden lagen nur zwei stinkende Matratzen. Die Toilette funktionierte nicht. Wir waren vier Häftlinge, obwohl nur Platz für zwei war", schildert Rinner. Im März aber Happy End – er wurde freigesprochen, kam nach Österreich zurück. Aber der Verfolgungswahn blieb. Seine Lehre? "Als kleiner Fisch ist man in solchen Ländern einfach macht- und chancenlos."

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