Eine Trekking-Reise gemeinsam mit ein paar Freunden nach Nepal hatte Wolfgang Nairz bis ins kleinste Details geplant. Insgesamt drei Wochen wollte die Gruppe gemütlich das Land erkunden und diverse Bergtouren machen.
An einem trüben, regnerischen Tag machten sie sich auf den Weg von Sanasa nach Khumjung. "Um genau 11:57 Uhr bebte plötzlich die Erde. Der Boden schwankte richtig hin und her. Uns wurde regelrecht schwindlig", schildert Nairz im "Krone"-Gespräch. Als die Bergsteiger in Khumjung eintrafen, wurde ihnen erst richtig bewusst, dass es sich um eine Katastrophe handelt. "Die Mauern der Häuser waren eingerissen. Männer, Frauen und Kinder standen vor den Trümmern ihres Zuhauses und hatten Tränen in den Augen. Der Besitzer unserer Lodge hat mich verzweifelt angesehen und sich dafür entschuldigt, dass wir nicht bei ihm übernachten konnten", schilderte der 71-Jährige.
Traumatisierende Bilder
Die Gruppe hatte das Erdbeben unverletzt überstanden. Eine sofortige Rückreise nach Österreich war jedoch nicht möglich. "Die ganze Zeit über habe ich eine innere Spannung verspürt, die teilweise unerträglich war. Ich habe versucht, die Vorkommnisse zu verdrängen. Das gelang mir jedoch nicht immer, denn so etwas Schreckliches habe ich bis jetzt noch nie erlebt", zeigt sich der Tiroler betroffen.
"Nepalhilfe Tirol"
Das Ausmaß der Katastrophe ist vor allem in der Hauptstadt Kathmandu sichtbar. Kulturstätten aus dem 16. Jahrhundert sind vollkommen zerstört, vom Busbahnhof im Norden ist kaum noch etwas zu erkennen. Dennoch hätte das Unglück laut Nairz Schlimmeres anrichten können: "Das Beben passierte an einem Samstag zu Mittag. Dieser Wochentag ist für die Nepalesen wie ein Sonntag. Alle öffentlichen Einrichtungen hatten zu. Viele hielten sich zum Zeitpunkt des Bebens im Freien auf. Wäre das in der Nacht passiert, hätte es mehr Todesopfer gegeben."
Mit einer Spendenaktion möchte der Nepalfreund helfen. Das gesammelte Geld soll direkt an befreundete Sherpas übergeben werden. Infos und Spendenkonto unter www.nepalhilfe-tirol.at
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