Vor allem im Tourismusland Kärnten würde das Hygienegesetz weitreichende Folgen nach sich ziehen.
„Es ist doch ein ziemlicher Schmarrn“, sagt sogar Harald Tschabuschnig, der Leiter der Umweltabteilung des Landes Kärnten. „Chlorwasser im See – davon müssen wir dringend abraten.“
Für die Bäderbetreiber würde dies ohnedies nicht in Frage kommen, wie ein Rundruf der „Krone“ zeigt.
„Natürlich muss man auf die Hygiene achten, aber man sagt doch immer, dass der Wörthersee Trinkwasserqualität hat – am Ende darf man baden auch nicht mehr?“, meint Alexander Aichbauer vom Promenadenbad in Pörtschach. „Aber im Ernst: Wir nehmen das Wasser immer aus dem See, pumpen das Wasser drei Stockwerke nach oben und führen es in den See zurück. Wir haben kaum eine andere Möglichkeit.“
"Das gibt es nirgendwo in Europa"
Verärgerung auch im Campingbad am Klopeiner See. Dort ist die Rutsche seit vier Jahren gesperrt. „Die Touristen beschweren sich permanent, was da los ist, es ist massiv wirtschaftsschädigend – das gibt es sonst nirgendwo in Europa“, klagt der St. Kanzianer Bürgermeister Thomas Krainz.
Auch im Strandbad Klagenfurt wird überlegt, wie man das Problem lösen könnte (siehe Infobox).
Vielleicht ist es aber gar nicht nötig. Landesrat Rolf Holub will bei der Konferenz der Umweltreferenten eine neue Lösung ausarbeiten und dem Bund vorschlagen. „Das Gesetz muss sich an die Wirklichkeit anpassen, nicht umgekehrt.“
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