Radrennen im Visier

Anschlag vereitelt: Islamisten-Paar unter Druck

Ausland
03.05.2015 12:55
Der Verdacht gegen das islamistische Ehepaar aus dem deutschen Bundesland Hessen, das vermutlich einen Bombenanschlag auf ein Radrennen geplant hatte, erhärtet sich. Die Polizei fand auf einem Computer des am Donnerstag festgenommenen Paares Gewaltvideos mit "islamistisch-extremistischem Hintergrund", wie ein Sprecher des Landeskriminalamts in Wiesbaden am Wochenende bestätigte.

Der Mann, der mit seiner Frau Chemikalien zum Bombenbau gekauft hatte, habe in Frankfurt Chemie studiert. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" soll er gemeinsam mit einem Al-Kaida-Unterstützer Kurse belegt haben. Der Mitstudent sei 2011 wegen Werbung um Mitglieder für eine terroristische Vereinigung im Ausland zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Material und Anleitung zum Bombenbau gefunden
In der Wohnung des Ehepaares waren eine funktionsfähige Rohrbombe, Munition und Waffenteile gefunden worden. Die Polizei fand nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" auch schriftliche Unterlagen zum Bau von Bomben. Der Verdächtige soll Verbindungen zu Syrien-Rückkehrern und anderen sogenannten Gefährdern in der islamistischen Szene gehabt haben. Obwohl die hessischen Behörden den Mann als feste Größe seit 2009 im Blick gehabt hätten, sei er dem Bundesamt für Verfassungsschutz unbekannt gewesen, berichtete die Zeitung weiter.

Die Polizei hatte das Rad-Eintagesrennen "Rund um den Finanzplatz: Eschborn - Frankfurt" am Freitag aus Sicherheitsgründen abgesagt und ein an der Strecke gelegenes Waldstück durchkämmt, in dem sich der Verdächtige zuvor aufgehalten hatte.

Baumarkt-Mitarbeiterin brachte Fall ins Rollen
Gegen das Paar aus Oberursel war am Donnerstagabend Haftbefehl wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat sowie Vorbereitung einer Explosion erlassen worden. Auf die Spur der Verdächtigen waren die Ermittler durch den Hinweis einer aufmerksamen Frankfurter Baumarkt-Mitarbeiterin gekommen. Bei ihr im Geschäft hatten die beiden nämlich drei Liter Wasserstoffperoxid gekauft, das gemischt mit anderen Flüssigkeiten zur Sprengstoffherstellung benutzt werden kann.

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