"Lage instabil"

Chile: Vulkan Calbuco brach zum dritten Mal aus

Ausland
01.05.2015 11:56
Zum dritten Mal binnen einer guten Woche ist im Süden Chiles am Donnerstag der Vulkan Calbuco ausgebrochen. Der Vulkan spie nach Behördenangaben eine kilometerhohe Aschewolke in die Luft, wütete aber nicht mehr so stark wie noch wenige Tage zuvor. Die Behörden mahnten trotzdem zur Vorsicht und ergriffen Notfallmaßnahmen.

Die dritte Eruption am Calbuco habe "wie vorhergesagt" begonnen, teilte der staatliche Geologie- und Bergbaudienst Sernageomin auf Twitter mit. Es herrsche "roter Alarm". Die Behörden ordneten erneut die Evakuierung der Gegend in einem Umkreis von 20 Kilometern um den Vulkan an.

"Wir wurden wieder angewiesen, uns in Sicherheit zu bringen, und sind in unseren Autos weggefahren, aber es war ruhiger als beim letzten Mal", sagte ein Einwohner der Region. Fernsehbilder zeigten, wie Tausende Menschen ihre Kinder von der Schule abholten oder sich an Tankstellen in lange Warteschlangen einreihten.

Umgebung nun graue Mondlandschaft 
Der seit einem halben Jahrhundert inaktive Vulkan war eine Woche zuvor erstmals wieder ausgebrochen. Zwei überraschende Eruptionen am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche versetzten den Süden Chiles in den Ausnahmezustand, mehr als 6.000 Anrainer wurden in Sicherheit gebracht. Am Sonntag spie der Vulkan erneut Asche aus.

Durch die Ausbrüche kam niemand ums Leben, doch verwandelte seine Asche die normalerweise grüne Umgebung vor allem in der unmittelbaren Nähe des Vulkans in eine graue Mondlandschaft, Tausende Weidetiere fanden nichts mehr zu fressen und mussten fortgebracht werden. Auch der benachbarte Süden Argentiniens war betroffen.

"Sicherheitslage für Anrainer weiter instabil"
Die jüngste Eruption war schwächer als die vorherigen. Die Behörden warnten jedoch, dass die Gefahr noch nicht vorüber sei. "Dieser dritte Ausbruch bedeutet nicht, dass die Lage am Vulkan Calbuco sich beruhigt hat", teilte Sernageomin-Chef Rodrigo Alvarez mit. Die Sicherheitslage für die Anrainer sei weiter instabil.

In Chile gibt es rund 90 aktive Vulkane, der 2003 Meter hohe Calbuco etwa 1.300 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile zählt zu den gefährlichsten. Nach Angaben von Geologen war er vor 54 Jahren zuletzt ausgebrochen. Zuletzt wurde am 3. März der Villarrica aktiv und spuckte kurzzeitig Asche und Lava aus.

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