Di, 21. August 2018

Elend durch Beben

28.04.2015 15:39

Touristenalltag in Nepal läuft ungetrübt weiter

Bis zu 10.000 Menschenleben hat das starke Erdbeben vom Wochenende in Nepal laut aktuellsten Schätzungen gefordert. Aus der Hauptstadt Kathmandu sind bis zu 250.000 Menschen geflohen und befinden sich auf der Suche nach Obdach, Nahrung und Wasser. Nur wenige Fahrstunden davon entfernt liegt Pokhara, eine bei Touristen besonders beliebte Stadt. Hier geht der Urlaubsalltag trotz des Elends im Land beinahe ungetrübt weiter.

Die Stadt, jedes Jahr Ziel zahlreicher Touristen, wurde von dem Erdbeben kaum getroffen, die meisten Menschen kamen mit dem Schrecken davon. "Es war ziemlich gruselig, aber ehrlich gesagt habe ich es kaum wahrgenommen", berichtet der niederländische Tourist Rick Tul über das Erdbeben, während er sich für eine Bootstour auf einem See eine Schwimmweste überstreift.

"Alles hier ist toll"
"Was passierte, habe ich erst begriffen, als ich die Leute um mich herum gesehen habe", sagt Tul. Seine Urlaubsstimmung hat die Katastrophe offenbar kaum getrübt: "Alles hier ist toll", so der 20-Jährige. "Natürlich merkt man, dass die Einheimischen angespannt und besorgt sind, aber ansonsten ist alles normal." Pokhara liegt 73 Kilometer östlich des Epizentrums des Bebens vom Samstag. Zwar wurden in der Stadt einige Häuser zerstört, mehr als 50 Verletzte wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Aber das ist kein Vergleich zu den Zerstörungen in der Hauptstadt Kathmandu, die von dem Beben mit einer Stärke von 7,8 in weiten Teilen in Trümmer gelegt wurde.

Dabei lag das Epizentrum sogar etwas näher an Pokhara als an Kathmandu. Experten zufolge wurde Pokhara vermutlich auf einer stabilen Gesteinsformation errichtet und blieb so weitgehend verschont. "Das Erdbeben hat hier an sich keine richtigen Schäden angerichtet, aber die Menschen hatten echt Panik", erzählt die irische Touristin Caroline Ahern. "Es war wirklich laut, die Fenster haben gescheppert, Leute sind mit ihren Kindern aus ihren Häusern gerannt." Für sie selbst habe sich das Beben angefühlt, als sei sie "auf einem Boot", sagt die 26-Jährige, bevor sie zu einem Paragliding-Flug startet.

Das rund 250.000 Einwohner zählende Pokhara ist bei Touristen auch deswegen so beliebt, weil die Stadt das Eingangstor zu den Routen rund um den Himalaya-Riesen Annapurna ist. In sozialen Netzwerken wurde berichtet, dass Bergsteiger in dem Gebiet auf eine Evakuierung durch Hubschrauber warteten. Tulsi Gautam vom Touristenamt betont aber, es seien keine Opfer gemeldet worden. "Es gibt dort Kletterer, aber sie sind in Sicherheit."

"Konnte dort nicht länger bleiben, weil alles kaputt war"
In Sicherheit fühlt sich auch die niederländische Touristin Mariana Hoake, die sich zum Zeitpunkt des Erdbebens in Kathmandu befand. "Es war furchtbar. Ich stand da und sah die Tempel und Gebäude, die ich gerade besucht hatte, vor meinen Augen einstürzen. Es war nicht zu fassen", berichtet die 51-Jährige. "Ich konnte dort nicht länger bleiben, weil alles kaputt war. Es gab keinen Strom und keine Telefonverbindung, deswegen bin ich nach Pokhara gereist." Der Kontrast zu Kathmandu sei gewaltig. "Hier war Gott sei Dank alles unbeschädigt", sagt Hoake. "Pokhara ist friedlich, kein Vergleich mit Kathmandu nach dem Beben. Die Menschen arbeiten wieder, Kinder spielen, es gibt Strom, Internet, alles. Hier ist alles normal."

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