31.03.2006 21:29 |

Anschuldigungen

Hunderte Fälle von Missbrauch in US-Kirche

In der katholischen Kirche der USA sind im vergangenen Jahr mehrere hundert Fälle sexuellen Missbrauchs gemeldet worden. In 783 Fällen lägen glaubhafte Anschuldigungen vor, teilte die US-Bischofskonferenz in Washington mit. Insgesamt seien 532 Priester beschuldigt worden, von denen mehr als vier Fünftel bereits aus dem Kirchenamt ausgeschieden seien. 20 Kirchenmitarbeiter hätten 2005 nach Überprüfung der Anschuldigungen ihr Amt verlassen müssen.

Wie aus dem Jahresbericht 2005 weiter hervorgeht, waren in neun von 783 Fällen die Opfer jünger als 18 Jahre. Mehr als 670 Fälle von Missbrauch seien vor 1990 und vor allem in den Jahren von 1960 bis 1979 geschehen.

Im Jahr 2004 hatte es nach Angaben der Bischofskonferenz noch 1.092 Anzeigen wegen Missbrauchs gegeben, die sich gegen 756 Kirchenmitarbeiter richteten. Obwohl die Zahl 2005 niedriger lag als im Jahr davor, stieg die Summe an Geld, die die Kirche für Vergleiche mit Opfern ausgab, drastisch an. Der Bischofskonferenz zufolge wurden 399 Millionen Dollar (etwa 329 Millionen Euro) gezahlt - etwa drei Mal so viel wie 2004. Insgesamt haben damit die finanziellen Aufwendungen der Kirche im Zusammenhang mit dem Missbrauchskandal unter Einschluss von Anwaltskosten 1,5 Milliarden Dollar erreicht.

Die Gesamtzahl der seit 1950 "glaubhaft" beschuldigten Geistlichen liegt bei fast 5.000, die der Opfer bei mehr als 12.500.