Razzia in Italien

Al-Kaida plante offenbar Anschlag im Vatikan

Ausland
24.04.2015 14:09
Die italienische Polizei hat 18 Anhänger des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida festgenommen. Die mutmaßlichen Terroristen, die Stützpunkte auf Sardinien hatten, werden nicht nur beschuldigt, sich an Anschlägen in Pakistan beteiligt zu haben, sondern sollen laut den Ermittlern auch Attentate im Vatikan geplant haben. Das teilte Chefermittler Mauro Mura am Freitag im sardischen Cagliari mit.

Unter den 18 Festgenommenen soll sich laut der italienischen Polizei auch der Anführer der Gruppe befinden, einige Mitglieder des Netzwerks sollen sich außer Landes aufhalten. Es handelt sich dem Vernehmen nach um pakistanische und afghanische Staatsbürger.

"Großer Dschihad in Italien"
Abgehörte Telefonate hätten die Ermittler auf die richtige Fährte geführt, erklärte Mario Carta, der Chef jener Polizeigruppe, die die Observationen in Italien durchgeführt hatte. In den Gesprächen soll von einem "großen Dschihad in Italien" die Rede gewesen sein. Auch soll indirekt der Vatikan als mögliches Ziel genannt worden sein. Die Gespräche hätten im Jahr 2010 stattgefunden, als noch Benedikt XVI. amtierender Pontifex war. Im selben Jahr wurde laut Chefermittler Mura ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter aufgehalten, der auf dem Flughafen Fiumicino gelandet war.

Wie italienische Medien berichteten, soll der Kopf der gesprengten Terrorzelle ein muslimischer Geistlicher sein, der von Afghanen und Pakistanis Geld für vermeintlich religiöse Zwecke gesammelt hatte. Die Spenden sollen anschließend nach Pakistan geflossen sein.

Vatikan gelassen: "Keinerlei Anlass zu Besorgnis"
Der Vatikan reagierte gelassen auf die Festnahmen. Es bestehe "keinerlei Anlass zu besonderer Besorgnis", sagte Sprecher Federico Lombardi laut Kathpress am Freitag. Er verwies darauf, dass die mutmaßlichen Pläne das Jahr 2010 beträfen und folgenlos geblieben seien.

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