Mi, 22. August 2018

Arabisch-Kurs

14.04.2015 17:18

Flüchtlinge unterrichten an Fachhochschule

An der Fachhochschule Joanneum in Bad Gleichenberg gibt es seit kurzem ein bundesweit einzigartiges Projekt: Auf Initiative des Professors James Miller unterstützen drei junge syrische Asylwerber den Arabisch-Unterricht. Die Flüchtlinge werden sinnvoll integriert – den Studierenden gefällt’s!

Arabisch gilt neben Ungarisch und Chinesisch als eine der ausgefallenen Fremdsprachen im Bachelor-Studium "Gesundheitsmanagement im Tourismus" an der Fachhochschule Joanneum. Als Anfang November die syrischen Flüchtlinge Edelsbach erreichten, kam dem dortigen Tourismus-Obmann James Miller sofort die Idee, diese in den Arabisch-Unterricht an seiner Uni einzubinden. "Grundsätzlich dürfen Asylwerber während des Verfahrens in Österreich ja nicht arbeiten. Ihre unentgeltliche Unterstützung des Sprachunterrichts von Professor Saqri El Mostafa gibt ihnen trotzdem Gelegenheit, aktiv zu werden. Im Gegenzug erhalten die jungen Männer dreimal wöchentlich Deutsch-Unterricht", freut sich Miller über die Win-win-Situation.

Anfangs Zweifel, nun Begeisterung
Anfangs hatten die Studierenden noch Zweifel, ob ihnen jemand, der noch nicht lange Deutsch lernt, Arabisch beibringen kann. "Mittlerweile sind wir begeistert. Es funktioniert super und wir können uns ganz normal in Deutsch mit ihnen unterhalten", so der allgemeine Tenor.

Muhammad Malla Hamza (25), der in Syrien sein Englisch-Studium abgeschlossen hat und zuhause auch bereits unterrichtete, übt im Schnitt fünf Stunden Deutsch am Tag: "Bildung und meine Zukunft sind mir sehr wichtig. Ich würde gerne Lehrer werden."

Dieses Engagement kommt auch gut in der Gemeinde an. Auch die beiden syrischen Studenten Haji Khanjer (21) und Muhammad Nour Mosighle (23) fühlen sich durch dieses Projekt integriert. Initiator James Miller ist bis jetzt kein ähnliches Projekt bekannt: "Nachahmer wären aber österreichweit sehr willkommen. Solche Modelle sind eine Bereicherung für alle. Native-Speaker kommen immer gut an."

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