Insgesamt zwölf Songs liefert der mittlerweile 48-Jährige auf seinem neuesten Longplayer ab. Bereits der Opener "3121" verdeutlicht die wesentlichste Neuerung des Albums: Prince klingt weitaus elektronischer als bisher. Jede Menge Synthie-Sounds, elektronische Drums, Vocoder und andere Effekte ziehen sich durch die erste Hälfte des Albums. Mit "Te amo corazón" gibt es eine kurze Ausnahme im Bossa-Stil, dann kehrt mit "Black Sweat" oder "Love" aber wieder Elektro-Mucke ein.
In der zweiten Hälfte rücken dann die funkigen Grooves und Bläsersätze in den Vordergrund. Wenn Prince nicht gerade selbst in die Tasten und Saiten greift, dann holt er sich dafür prominente Unterstützung. Natürlich dürfen da die Ausnahme-Saxofonisten Maceo Parker und Candy Dulfer nicht fehlen und auch Sheila E. darf mal wieder an die Trommeln. Während "Satisfied" noch eher verhalten groovt, entpuppt sich "Get on the Boat" als mitreißender Funk der alten Schule, der – wie viele andere Songs des Albums übrigens auch – zum Tanzen einlädt. Bei dem rockigen und furiosen "Fury" dürfte aber niemand mehr still auf seinem Sessel sitzen bleiben können. Besinnlicher geht es dann wieder auf dem lateinamerikanisch klingendem "The Dance" zur Sache.
Textlich ist vieles beim Alten geblieben: Prince singt noch immer übers Stoßen bei anstößigen Dingen, die man die ganze Nacht lang macht. Das klingt auf "Lolita" relativ schwungvoll ("If u were mine we’d bump, bump, bump."), auf "Incense and Candles", einem Duett mit Támar, dann ein wenig platter: Der Tisch muss dran glauben, wenn Prince die Dame seines Herzens unter etwas "Glänzendem" begräbt. Ohne näher ins Detail gehen zu wollen, deuten wir das einfach mal als einen Versuch, die fehlende Körpergröße zu kompensieren.
"3121" dürfte aufgrund der treibenden und mitreißenden Grooves auch Nicht-Fans begeistern, beweist Prince doch bei fast jedem Song sein Gespür für eingängige Melodien – ob nun poppig, funky oder rockig. Selbst die eher ungewöhnlichen Elektro-Nummern mit teilweise nervigen Synthie-Sounds entwickeln schnell ihren eigenen Charme und besitzen einfach zu viel Funk als das einen diese Musik kalt lassen könnte.
Fazit: 8 von 10 unanständigen Prinzen
von Sebastian Räuchle
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