Wieder Tote

Junger Häftling in Abu Ghoreib gestorben

Ausland
16.03.2006 11:09
In dem berüchtigten US-Militärgefängnis Abu Ghoreib bei Bagdad ist ein junger Häftling unter bislang ungeklärten Umständen gestorben. Die US-Armee berichtete am Donnerstag, der 24 Jahre alte Iraker sei am Mittwoch ohnmächtig aufgefunden worden. Er sei offensichtlich eines "natürlichen Todes gestorben".

Die US- Regierung hatte angekündigt, sie wolle das Gefängnis, das wegen der Misshandlung von Häftlingen durch US-Soldaten international in die Schlagzeilen geraten war, demnächst schließen und die Gefangenen in ein anderes amerikanisches Militärgefängnis im Irak bringen. Die US-Armee berichtete weiter, Aufständische hätten am Mittwoch südwestlich von Bagdad einen ihrer Soldaten getötet.

In Bagdad sind alle öffentlichen Einrichtungen geschlossen, und es herrscht Fahrverbot. Damit wollen die Sicherheitskräfte Anschläge während der ersten Sitzung des neuen irakischen Parlaments verhindern.

Leichenfund in Bagdad: 25 Tote
Zuvor hat die irakische Polizei in Bagdad 25 Leichen gefunden. Die Opfer - es handelte sich ausschließlich um Männer - wurden sowohl in schiitischen als auch in sunnitischen Stadtteilen der irakischen Hauptstadt getötet. Sie trugen Zivilkleidung, und viele von ihnen waren gefesselt, wie ein Ministeriumssprecher mitteilte. Seit dem Anschlag auf die Goldene Moschee von Samarra am 22. Februar ist die religiös motivierte Gewalt eskaliert.

Gefährlicher Al-Kaida-Plan verhindert
Bereits am Mittwoch hat das irakische Innenministerium nach eigenen Angaben einen gefährlichen Plan des Al-Kaida-Netzwerks von Osama bin Laden vereitelt. Mehr als 400 Rekruten von Armee und Polizei hätten im Auftrag von Al Kaida versucht, in Bagdads schwer gesichertes Regierungs- und Botschaftsviertel einzusickern, berichtete Innenminister Bajan Jabr Sulagh im lokalen Fernsehen.

In dieser so genannten Grünen Zone befinden sich unter anderem die Botschaften der USA und Großbritanniens. Die Verschwörer seien vor kurzem enttarnt und inhaftiert worden, sagte der Minister weiter.

Die irakische Presse berichtete, Ziel der Rekruten sei es gewesen, die Grüne Zone unter ihre Kontrolle zu bringen und die sich dort aufhaltenden Menschen als Geiseln zu nehmen. In dem Gebiet befinden sich auch Einrichtungen der irakischen Regierung.

Tote bei Razzia
US-Soldaten haben unterdessen im Irak bei einer Razzia nach Polizeiangaben elf Mitglieder einer Familie getötet. Unter den Toten seien mehrere Kinder, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Das US- Militär wiederum erklärte, das Gebäude sei angegriffen worden, weil darin ein Al-Kaida-Kämpfer vermutet worden sei. 

Die Soldaten seien beschossen worden und hätten daraufhin das Feuer erwidert. Den Angaben zufolge wurden ein Angreifer, zwei Frauen und ein Kind getötet und das Haus vollständig zerstört. Der Al-Kaida-Extremist sei festgenommen worden und werde verhört.

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