Sechs Fluchthelfer waren zwar angeklagt, erklärt Sicherheitsdirektor Alois Lißl die Rechtslage, ihre Strafen seien aber getilgt, so dass weder ihre Gespräche belauscht noch ihre Kontakte geortet werden dürfen. Die Zielfahnder konnten trotzdem legal ermitteln, dass Foco mit seinen Fans in Oberösterreich keine Verbindung mehr hat und nur noch seine Eltern anruft.
Seine Verfolger verloren seine Spur schon am 27. April 1995, als der zu lebenslanger Haft verurteilte Ex-Rennfahrer und Jus-Student aus der Linzer Uni türmte und mit einer Kawasaki über Tschechien nach Ungarn brauste. Er wurde später von Nordamerika bis Südafrika vergeblich gesucht. Das Angebot der Justizministerin, freies Geleit bis zum zweiten Prozess zu bekommen, lehnte Foco vor einem Jahr ab. Warum er sich nicht freiwillig stellt, ahnt Staatsanwalt Rainer Schopper: Nach einer Exhumierung und neuen Gutachten beruhe seine zweite rechtskräftige Anklage auf mehr belastenden Indizien als die erste. Es gilt aber die Unschuldsvermutung.
Schopper und Lißl befürchten, dass der Gesuchte ohne Telefonüberwachung und Rufdatenauswertung kaum zu finden sein wird. Ohne Mobilfunkbetreiber geht gar nichts mehr. Nur dank „Inspektor Handy“ sind spektakuläre Kriminalfälle geklärt: Die Mordverdächtige Romana Miny (42) hatte am Tatort ebenso telefoniert, wie der Mafia-Killer von Mondsee, der Saliera-Erpresser und die Rammbock-Bande.
Foto: Krone-Archiv
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