11.03.2006 16:11 |

Gieriger Berater

Ex-Spitzenberater von Bush angeklagt

Der frühere innenpolitische Spitzenberater von US-Präsident George W. Bush, Claude Allen, ist wegen mehrfachen Ladenbetrugs festgenommen worden. Er war erst im vergangenen Monat zurückgetreten. Im einzelnen wird ihm vorgeworfen, durch raffinierte "Umtauschgeschäfte" in verschiedenen Kaufhäusern Waren im Wert von über 5000 Dollar gestohlen zu haben - von einem Fernsehgerät bis hin zu kleinen Gegenständen, die nicht mehr als 2,50 Dollar kosteten.

Allens Rechtsanwalt Mallon Snyder erklärte, sein Mandant sei unschuldig. Es handele sich um "Missverständnisse". Bush selbst sagte, er sei schockiert und traurig. Wenn die Vorwürfe zuträfen, "dann muss etwas im Leben von Claude Allen sehr falsch gelaufen sein".

Allen war zu Beginn von Bushs zweiter Amtszeit Anfang vergangenen Jahres auf den Posten berufen worden. Er war der ranghöchste Afroamerikaner im Mitarbeiterstab des Weißen Hauses und beriet den Präsidenten in Fragen wie Gesundheitswesen, Weltraumforschung, Bildung und Wohnungsbau.

Der fiese Trick des Serienbetrügers
Allen wurde Anfang Januar von Kaufhausangestellten dabei beobachtet, wie er mit unbezahlten Waren den Laden verließ. Bei weiteren Nachforschungen sei die Polizei auf 25 Fälle gestoßen, in denen Allen über den Weg von "falschen" Rückerstattungen Diebstahl begangen habe.

Sein Trick sei es gewesen, Waren zu kaufen und in sein Auto zu bringen, dann in den Laden zurückzugehen, die gleichen Gegenstände vom Regal zu nehmen und sie unter Vorlage des Kaufbelegs umzutauschen, das heißt, sich den Kaufbetrag zurückgeben zu lassen. Auf diese Weise habe er sich unter anderem ein Fernsehsystem, Stereoausrüstung und Kleidung zum Nulltarif beschafft.

Den Berichten zufolge ist Allen, der sich nach der Festnahme wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, mittlerweile in zwei Punkten angeklagt worden. Sie könnten ihm im Fall eines Schuldspruchs je bis zu 15 Jahren Haft eintragen.