Seit nunmehr 14 Jahren sind P.O.D. auf den Bühnen dieser Welt unterwegs - und scheinen dabei offensichtlich nicht bemerkt zu haben, dass die goldenen Zeiten des Crossovers und New Metals längst Geschichte sind. Während andere Bands diesem Genre - freiwillig oder nicht - den Rücken zukehrten, machen Paul "Sonny" Sandoval und seine Mannen von P.O.D. auf dem sechsten Album genau das, was man schon immer gemacht hat: Gitarren mit Raps vermischen.
Damit es dann doch nicht zu monoton wird, setzt man auf "Testify" vermehrt auf Reggae- und Ragga-Einflüsse. Das manifestiert sich dann einerseits in der ständigen Betonung des allmächtigen "Jah" und andererseits im Opener des 13 Songs starken Albums "Roots in Stereo" sowie dem äußerst melodiösen "Strength of my Life". Zusammen mit den Nummern, in denen Sonny mal lieber singt anstatt zu rappen, entsteht zwar ein netter Kontrast zum Rap-Metal, wirklich erfrischend neu klingt das aber auch nicht.
Bei aller Kritik muss man P.O.D. jedoch zu Gute halten, dass sie ihr Gespür für eingängige Hooks nicht verloren haben. Die Songs machen einfach gute Laune und der eine oder andere Refrain bohrt sich unweigerlich als Ohrwurm in den Gehörgang. Bei aller Liebe zu melodiösen Nummern scheinen die Burschen allerdings auch einiges an Härte eingebüßt zu haben. Songs wie "Mistakes & Glories" oder "Say hello" erweisen sich als eine Spur rockiger, während sich "If you could see me now" oder "This time" als echte Weichspüler entpuppen.
Kurzum: P.O.D. klingen bis auf wenige Ausnahmen wie eh und je und liefern grundsoliden Crossover ab. Fans und all jene, die auch 2006 noch den alten Zeiten nachtrauern, können getrost zugreifen, alle anderen sollten vielleicht lieber das Erfolgsalbum "Satellite" kaufen.
Fazit: 6,5 von 10 Nostalgie-Punkten
von Sebastian Räuchle
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