Die Grünen haben bereits während ihrer Regierungszeit an der Preisschraube bei den Öffis gedreht. Jetzt wollen sie sie ganz lösen. Nicht mehr günstiger, sondern kostenlos sollen Bus und Bahn für alle werden.
Kein Ticket mehr, keine Kontrollen. „Vor zehn Jahren haben wir den Grundstein gelegt. Jetzt ist die Zeit reif für den nächsten Meilenstein“, erklärte Gebi Mair (Grünen) zu Beginn der aktuellen Stunde im Landtag. Inspiriert von der Vision eines kostenlosen Öffi-Tickets machte er deutlich, dass dies eine echte finanzielle Entlastung für alle sei. Auch die Liste Fritz unterstützte diese Idee.
Freie Fahrt für Einheimische und Gäste bedeutet finanzielle Entlastung für die Tiroler und endlich weniger Stau.

Gebi Mair, Klubobmann der Grünen
Bild: Johanna Birbaumer
Freie Fahrt für alle – ist das wirklich für alle fair?
Finanziert werden soll das Vorhaben durch die Erhöhung der Nächtigungsabgabe um 2,50 Euro. Laut Mair sei dies eine unbürokratische und tourismusfreundliche Lösung, da auch die Gäste von einem kostenlosen Ticket profitieren würden. FPÖ-LA Evelyn Achhorner stellte gleich zu Beginn klar, dass damit auch jenen Gratis-Tickets zur Verfügung gestellt werden, die es sich leisten könnten, selbst für den öffentlichen Verkehr zu zahlen. „Sozial fair ist das nicht“, konterte sie.
Es fahren ohnehin schon so viele gratis. Wieso muss immer der Mittelstand und die Arbeitgeber die Zeche für alle zahlen.

Markus Sint, Klubobmann Liste Fritz
Bild: Christof Birbaumer
Markus Sint von der Liste Fritz ließ dieses Argument hingegen nicht gelten: „Es ist völlig ‚wurscht‘, ob der Generaldirektor auch gratis fährt, weil sein Fahren mit dem Auto auch den Himmel verpestet.“ Sint räumte ein, dass das Vorhaben durchaus viel Steuergeld kostet, es aber gut investiert sei. Schließlich könne man dadurch unter anderem im Bereich Gesundheit und Klimaschutz langfristig Kosten einsparen.
Mein Modell sieht eine einheitliche Abgabe pro Einwohner und eine Gästekarte, die als Mobilitätskarte dient, vor.

René Zumtobel, LR Verkehr SPÖ
Bild: Johanna Birbaumer
Gratis-Ticket scheitert an mangelnder Infrastruktur
Während die einen kostenlose Öffis als Anreiz für den Umstieg auf Bus und Bahn sehen, fragten sich die anderen: in welche Bahn, in welchen Bus? Denn mit einer steigenden Nachfrage muss auch das Angebot ausgebaut werden. Gerade in den Seitentälern sowie in den Bezirk Reutte und Lienz ist die öffentliche Verkehrsanbindung noch mangelhaft. Florian Riedl (ÖVP) sieht den weiteren Ausbau des Angebots als zentrale Aufgabe. Auf Mairs Hinweis auf die große Zustimmung im Netz, entgegnete Riedl: „Wenn du Freibier für alle forderst, werden auch alle zustimmen.“
Ein Gratis-Ticket löst für ihn jedoch nicht das Verkehrsproblem. René Zumtobel sprach sich stattdessen für eine einheitliche Abgabe pro Einwohner aus. Und Mario Gerber hinterfragte das kostenlose Ticket für Urlaubsgäste.
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