Steirische Vorreiter

Riesige Bilddatenbank soll MRT-Flut eindämmen

Steiermark
06.11.2026 11:00

Keine unnötigen MR-Doppeluntersuchungen und eine Entlastung für Patienten: Das sind die Ziele einer steirischen Datenbank, die mittlerweile mehr als 50 Millionen Bilder umfasst! Nun geht sie über die Bundesländergrenzen hinaus. 

Die Zahl der MRT-Untersuchungen steigt, alleine bei der Kages wurde seit 2021 ein Plus von sieben Prozent verzeichnet, für heuer rechnet man mit etwa 34.500 Untersuchungen. Für Patienten sind sie mitunter eine Belastung, für das Gesundheitssystem teuer. Unnötige doppelte Untersuchungen sollten daher so gut es geht vermieden werden. Dabei hilft eine Datenbank namens „Marc“, die nächstes Jahr 25 Jahre alt wird und in der mittlerweile mehr als 50 Millionen Bilder gespeichert sind! 

Die Kages-Spitäler, alle radiologischen Institute und (bis auf eine Ausnahme) sämtliche radiologischen Ordinationen der Steiermark sind mittlerweile über das System vernetzt und können digital Röntgen-, Mammografie-, MR- und CT-Aufnahmen austauschen. Bilder physisch von A nach B zu tragen, ist längst nicht mehr notwendig. „Für Patientinnen und Patienten wird der Aufwand kleiner. Für sie verkürzt sich auch das Warten auf weitere Behandlungen“, erklärt Victor Grogger. Er ist bei der Kages Teamleiter für E-Health-Angelegenheiten und Geschäftsführer des Tochterunternehmens Marc. 

Zitat Icon

Für Patientinnen und Patienten wird der Aufwand kleiner.

Victor Grogger

Kärnten und Burgenland im Visier
Werden von Ärzten, radiologischen Instituten oder Krankenanstalten außerhalb der Kages Aufnahmen angefordert und liegt die schriftliche Zustimmungserklärung der Patienten vor, wird die gesamte Bildserie zur Verfügung gestellt. Das funktioniert auch über Bundesländergrenzen hinaus: Die Bilddaten können online in alle öffentlichen Krankenhäuser Österreichs versendet werden – das gilt natürlich ebenso umgekehrt in Richtung Steiermark. Auch die Patienten selbst können über ein Portal bei der Kages Einsicht in die Bilder nehmen (Voraussetzung ist die ID Austria). 

Nachdem die Steiermark flächendeckend vernetzt ist, versucht man das System nun auch in Kärnten und im Burgenland zu etablieren. Hinter „Marc“ steht übrigens die Steiermärkische Medizinarchiv GmbH. Sie ist im Eigentum von Siemens Healthineers (52 Prozent) und der Kages (48 Prozent) und betreibt außerdem die elektronische Gesundheitsakte Elga für die Steiermark und das Burgenland. Im Burgenland ist man auch für eine neue Gesundheitsdatenplattform zuständig. 

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