Politiker erntet Spott

Parteikonto von griechischem Ex-Minister gesperrt

Außenpolitik
05.11.2026 06:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Als damaliger Finanzminister hatte seine Regierung die Banken des Landes geschlossen – nun hat die Schließung des Kontos seiner Partei DiEm25 durch eine Brüsseler Bank für Spott gesorgt. Die Sperrung sei „plötzlich“ und „ohne Erklärung oder Vorwarnung“ geschehen, erklärte Yanis Varoufakis.

 „Unsere Bank in Brüssel hat das Konto gesperrt, auf das die kleinen Beiträge von Zehntausenden unserer Mitglieder aus ganz Europa eingezahlt werden – Geld, mit dem die Bewegung finanziert wird“, erklärte Yanis Varoufakis, der Generalsekretär von DiEM25 ist.

Spott im Internet: „Das nennt man Karma“
Kritiker von Varoufakis erinnerten ihn im Internet umgehend an die Schließung der griechischen Banken im Juni 2015 auf dem Höhepunkt der griechischen Schuldenkrise. „Das nennt man Karma“, schrieb ein Nutzer. „Warum schaffen Sie nicht eine Parallelwährung und umgehen das Bankensystem?“, fragte ein anderer und bezog sich dabei auf einen von Varoufakis‘ eigenen Vorschlägen aus der Zeit.

„Unverschämt. Man sollte ihnen wenigstens erlauben, 60 Euro pro Tag abzuheben“, schrieb ein weiterer Nutzer unter Bezug auf den Betrag, den Griechen damals täglich abheben durften. Zwar wurden die griechischen Banken im Juli 2015 wieder geöffnet, doch die Kapitalbeschränkungen blieben noch weitere vier Jahre in Kraft.

Parteibetrieb „ernsthaft gefährdet“
Auf ihrer Website erklärte DiEm25, dass die Möglichkeit, Gehälter zu zahlen, Büromieten zu decken und den Betrieb in ganz Europa aufrechtzuerhalten, „jetzt ernsthaft gefährdet“ sei. Die Partei rief zu Spenden für einen Notfallfonds zur Unterstützung der Partei auf, „bis wir die Gelder von unserem gesperrten Konto zurückerhalten“.

Varoufakis war 2015 Finanzminister in der linksgerichteten Regierung von Alexis Tsipras. Er ist Mitgründer der linken paneuropäischen Partei DiEM25. Seine Partei MeRA25, die sich für ein Ende der Sparpolitik in Griechenland einsetzt, war bei der Parlamentswahl 2023 an der Drei-Prozent-Hürde gescheitert.

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