03.03.2006 14:16 |

Gemetzel & Terror

Dutzende Tote bei Gewaltakten im Irak

Die Gewalt im Irak hält weiter an: Extremisten haben vor einem Kraftwerk in der irakischen Kleinstadt Nahrawan 25 Schiiten umgebracht. Ein Sprecher des Innenministeriums in Bagdad räumte ein, die Region Nahrawan im Osten der Hauptstadt sei nicht vollständig unter Kontrolle der Sicherheitskräfte. Die Toten seien offenbar Opfer eines religiös motivierten Überfalls geworden, hieß es. Man fürchtet im Irak nun einen unmittelbar bevorstehenden Bürgerkrieg zwischen den beiden religiösen Mächten des Landes, Schiiten und Sunniten.

Die Polizei bestätigte, dass etwa 50 mutmaßliche sunnitische Aufständische eine Fabrik in dem Ort gestürmt und eine große Anzahl schiitischer Arbeiter massakriert hätten.

Unbeschreibliche Gewalt
In der nordirakischen Stadt Kirkuk entführten Unbekannte zwei Polizisten und ermordeten diese wenige Stunden später. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden die Leichen der beiden Männer am Freitag 55 Kilometer südlich von Kirkuk entdeckt.

Ein irakischer Soldat wurde in der von ethnischen Konflikten zerrissenen Stadt am Freitag von Extremisten bei einer Hochzeitsfeier erschossen, an der er als Gast teilgenommen hatte.

Fahrverbot in Bagdad - Appel an Glaubenshüter
In Bagdad galt unterdessen erneut ein Fahrverbot, um nach den Freitagsgebeten weiterer Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten vorzubeugen. Regierungschef Al-Jaafari forderte die islamischen Prediger auf, Anschlägen und Ausschreitungen eine Absage zu erteilen.

Die Imame, so heißen die Prediger, sollten sich für ein friedliches Miteinander und für die Einheit der Iraker aussprechen. Die Regierung werde unnachsichtig mit allen Geistlichen umgehen, die Gewalt predigten.