Nach Jahren der Flaute werden in der Steiermark wieder deutlich mehr Wohnungen gebaut – vor allem in Graz. Prognose für das kommende Jahr bleibt verhalten.
Auf Jahre des Bau-Booms folgte spätestens mit dem Ukraine-Krieg 2022 der Einbruch und die Bau- und Immobilienwirtschaft geriet ins Straucheln. Jetzt kommt aber durchaus wieder Schwung in den Markt, wie eine aktuelle Analyse der Bauträgerdatenbank Exploreal im Auftrag der steirischen Immobilientreuhänder zeigt.
„Starke Konzentration auf Graz“
Demnach werden heuer in der Steiermark 3420 Wohneinheiten fertig gebaut – ein sattes Plus von fast 60 Prozent. „Mehr als die Hälfte der neuen Wohneinheiten wurde in Graz errichtet“, erklärt Exploreal-Chef Alexander Bosak. Der deutliche Anstieg in der Murmetropole folgte allerdings auf einen „historischen Tiefstand“ im Jahr 2025. Generell haben wir in der Steiermark im Bundesland-Vergleich beim Wohnbau eine „sehr starke Konzentration auf die Landeshauptstadt“. So sind im Großraum Graz im letzten Jahr 54 Bauträgerprojekte auf den Markt gekommen, in den Bezirken Murau und Voitsberg je nur eines.
Im kommenden Jahr werden die Fertigstellungen vor allem aufgrund eines drastischen Rückgangs der gewerblichen Mietwohnungen wieder zurückgehen.
Andreas Kern, Obmann WKO-Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder
Was genau wird gebaut? Das typische steirische Wohnbauprojekt umfasst 24 Einheiten, mit durchschnittlich rund 70 Quadratmetern. Drei-Zimmer-Wohnungen sind die häufigste Variante. „Die steirischen Wohnungen werden, sowohl was die Fläche als auch Anzahl der Zimmer betrifft, erneut größer“, sagt Andreas Kern, Obmann der WKO-Fachgruppe Immobilientreuhänder.
Angebot wird im nächsten Jahr wieder knapper
Was die Preise für Eigentumswohnungen angeht, bleibt die Steiermark im österreichweiten Vergleich günstig. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag zuletzt bei 4747 Euro. Andreas Kern rechnet aber damit, dass die Preise wieder steigen werden: „Das Angebot wird knapper“. In Graz rechnet man im Jahr 2027 mit 1960 neuen Wohneinheiten, knapp ein Viertel weniger als heuer. Vor allem bei neuen gewerblichen Mietwohnungen wird ein Einbruch erwartet.
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