Im Vorjahr wurden in Kärnten 7264 Lenker mit dem Handy am Steuer erwischt, das ist nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vergehen. Deutschland plant flächendeckend den Einsatz von Handyblitzern, das soll auch in Österreich ermöglicht werden. Denn Handygebrauch am Steuer ist eine große Ablenkung.
Deutschland plant den Einsatz von sogenannten Handyblitzern, um der Exekutive die Kontrolle von Verstößen gegen das Handyverbot am Steuer zu erleichtern. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass die Nutzung des Smartphones während des Lenkens eines Fahrzeugs das Unfallrisiko massiv erhöht. Wer mit dem Handy am Ohr beim Autolenken telefoniert, reagiert ähnlich schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille.
Im Vorjahr wurden in Kärnten 7264 Lenker mit Handy am Steuer erwischt. Der VCÖ fordert, dass auch in Österreich die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz von Handyblitzern geschaffen werden.
Viele tödliche Unfälle wegen Ablenkung am Steuer
„Ablenkung war in Kärnten im Vorjahr die häufigste Ursache von Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Rund 30 Prozent der Verkehrsunfälle wurden dadurch verursacht“, berichtet VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Eine Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass in Kärnten bei Verkehrsunfällen, die wegen Ablenkung und Unachtsamkeit verursacht wurden, 1009 Menschen verletzt wurden, weitere zwölf Menschen kamen ums Leben. Österreichweit waren es sogar 12.882 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, davon endeten 114 Unfälle tödlich. Auch wenn es für Ablenkung verschiedene Gründe gibt, stellt die Smartphone-Nutzung während des Lenkens eines Fahrzeugs ein zunehmendes Problem für die Verkehrssicherheit dar.
Handys am Streuer verlangsamt Reaktionszeit
„Bei vielen fehlt leider nach wie vor das Bewusstsein, wie gefährlich das Telefonieren oder gar das Lesen von Nachrichten während des Fahrzeuglenkens ist“, stellt Klara Maria Schenk fest. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Wer Textnachrichten am Handy liest, ist laut Untersuchungen rund zwei Sekunden im Blindflug unterwegs. In zwei Sekunden legt ein Auto bei 50 km/h fast 30 Meter zurück. Wenn etwa ein Kind auf die Straße läuft, hat diese Ablenkung fatale Folgen. Deshalb gilt: Beim Lenken volle Konzentration auf den Straßenverkehr, Hände weg vom Handy beim Autofahren, betont der VCÖ.
Im Vorjahr hat die Exekutive in Österreich 112.317 Lenker mit Handy am Steuer erwischt, davon 7264 in Kärnten. Das ist nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vergehen. Umso wichtiger ist es, der Exekutive die Kontrollen zu erleichtern und die rechtlichen Grundlagen dafür zu schaffen, dass sogenannte Handyblitzer auch in Österreich eingesetzt werden können.
So funktionieren Handyblitzer
In Deutschland sind Handyblitzer im Bundesland Rheinland-Pfalz seit April 2025 erfolgreich im Einsatz. Deutschland plant nun den Einsatz der Handyblitzer flächendeckend zu erlauben, um wirksamer kontrollieren zu können. Handyblitzer sind spezielle Kameras, die automatisiert erkennen, ob ein Smartphone während des Lenkens verwendet wird. Ist das der Fall, wird das Foto von Polizeibeamten nochmals überprüft, um festzustellen, ob tatsächlich ein Verstoß vorliegt. Damit Handyblitzer in Österreich eingesetzt werden können, muss lediglich die Straßenverkehrsordnung novelliert werden.
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