Politik-Rebell Veit Dengler wurde im Sommer bei den NEOS rausgeworfen. Im Gespräch mit Katia Wagner packt er über die Arbeit der Regierung hinter den Kulissen aus und übt scharfe Kritik: Den Führungsstil von Beate Meinl-Reisinger vergleicht er mit jenem von Herbert Kickl ...
Bei „Normal reden“ ist der Name Programm. In der aktuellen Folge begleitet Show-Host Katia Wagner den Politik-Rebellen Veit Dengler für einen frischen Haarschnitt zum Friseur. In dieser lebensnahen Atmosphäre packt Dengler über seine Zeit als NEOS-Abgeordneter aus. „Mich hat überrascht, wie schnell die NEOS wie die anderen Parteien geworden sind“, sagt er. Das liege an „einer Vorsitzenden, die in der ÖVP sozialisiert ist“, und von einer Gruppe von „30-jährigen Berufspolitikern“ umgeben sei.
Berufspolitiker statt starker Persönlichkeiten
„Bei der Gründung dachten Strolz und ich, das wird eine echte Bürgerpartei“, plaudert er aus dem Nähkästchen. Das sei jedoch verloren gegangen. Die Partei sei „straff von oben geführt“, womit der Führungsstil von Parteichefin Meinl-Reisinger von jenem von Herbert Kickl „nicht sehr weit entfernt“ sei. Starke Persönlichkeiten würden nicht gefördert werden, was den Diskurs ersticken würde.
„Da hätte ich auch zur ÖVP gehen können“
Die Abgeordneten seien durch den Klubzwang bei Abstimmungen nur noch „Stimmvieh“. Er sagt deutlich: „Bei dem, was ich die letzten eineinhalb Jahre gemacht habe, hätte ich auch zur ÖVP gehen können.“ Gesetze würden durch die Regierung entschieden werden und im Parlament nur noch „durchgewunken“ werden. „Das Parlament ist eigentlich zur Zierde“, sagt er. Warum Abgeordnete da mitmachen und nicht wie er auch einmal dagegen stimmen? „Weil der Stall sehr bequem ist. Du kannst auf Reisen gehen, du verdienst mehr als 99 Prozent der Österreicher. Du bekommst bei Veranstaltungen einen Sitz in der ersten Reihe“, fasst er deutlich zusammen.
„Impfpflicht war ein riesiger Sündenfall“
Dengler sieht mit Besorgnis in die Zukunft. „Wir wirtschaften das Land derzeit runter und wir müssen etwas tun, damit sich das ändert.“ Zwischendurch mischt sich Denglers Friseur George ein, der mittlerweile beim Haupthaar abgekommen ist: „Die Jugendlichen wollen nichts mehr arbeiten, weil sie beim AMS genauso viel bekommen wie für 20 Stunden Arbeit.“ Als „riesigen Sündenfall“ bezeichnet Dengler das Ja der NEOS zur Impfpflicht. Zwar gab es innerhalb der Partei nie eine Mehrheit dafür, aber: „Die haben aus Räson, weil Beate das unbedingt wollte, dafür gestimmt.“
„Traue FPÖ die Absolute zu“
Der Frust würde dazu führen, dass wir „in drei Jahren ein FPÖ Bundespräsident und einen FPÖ Bundeskanzler haben“. Er traue der FPÖ sogar die Absolute zu. Er sei kein „FPÖ-Fresser“, wolle aber mehr wählbares Angebot in der Parteienlandschaft. Dengler könnte sich sogar vorstellen, nochmal eine Partei zu gründen.
Die ganze Sendung „Normal reden mit Katia Wagner“ sehen Sie am Sonntag, 8. November, um 22.15 Uhr auf krone.tv! Schalten Sie ein!
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.