03.03.2006 21:29 |

"Mörder geh zurück"

Bush-Besuch in Indien und Pakistan

Begleitet von militanten Protesten ist der US-amerikanische Präsident Bush am Freitag in Pakistan eingetroffen. Die Maschine des Präsidenten landete unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Luftwaffenstützpunkt Rawalpindi. Am Samstag ist eine Begegnung mit dem pakistanischen Präsidenten Musharraf geplant. In Indien waren bei Protesten gegen Bush drei Menschen getötet worden.

In Rawalpindi ging die Polizei mit dem Schlagstock gegen rund 1.000 Demonstranten vor, die die US-Flagge mit Füßen traten. In Sprechchören riefen sie: "Mörder geh zurück" und "Tod für Amerika". In der Hafenstadt Karachi versuchten mehrere hundert Anhänger islamistischer Gruppen, zum US-Konsulat vorzudringen. Dort wurde am Mittwoch ein amerikanischer Diplomat bei einem Selbstmordanschlag getötet.

Die Proteste gegen den Indien-Besuch von Bush eskalierten am Freitag in einen blutigen Zusammenstoß zwischen Hindus und Muslimen. Drei Menschen kamen nach Angaben der Polizei bei den Kämpfen in Lucknow ums Leben, mindestens 18 weitere wurden verletzt.

Bei seinem Besuch in Hyderabad rückte Bush die wirtschaftlichen Chancen einer engeren Kooperation für amerikanische Unternehmen in den Vordergrund. In Indien sei eine Mittelklasse mit 300 Millionen Menschen entstanden, sagte er. Es müssten nun in den USA Produkte entwickelt werden, für die auf diesem gewaltigen Markt eine Nachfrage bestehe.

Bush verwies auch auf den negativen Effekt des ökonomischen Aufstiegs Indiens für die USA. "Viele Menschen verlieren durch die Globalisierung Arbeitsplätze, und das ist schmerzhaft für sie." Zugleich biete die Globalisierung aber große Chancen. In Indien sind Millionen Jobs entstanden, und allein die Outsourcing-Industrie bringt Neu-Delhi in diesem Jahr vermutlich Steuern von 22 Milliarden Dollar.