Die ARTfair Innsbruck feierte ihr 30. Jubiläum mit Kunst aus mehr als 20 Nationen, Robotik und jungen Talenten. Gründerin Johanna Penz zieht Bilanz über internationale Aufmerksamkeit, die Neugier aller Generationen und die Frage, warum Kunst weiterhin Käufer findet – und längst kein Luxus sein muss.
Ein Roboter ließ Formen wachsen, Philomena Pichlers (1947 bis 2026) „Bilderwald“ eröffnete neue Perspektiven: Die 30. ARTfair Innsbruck verband vom 23. bis 25. Oktober in der Olympiaworld Innsbruck unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Kunst entsteht und was sie bewirken kann. Werke aus mehr als 20 Nationen trafen auf Tiroler Positionen, darunter die malerischen Welten von Georg Tilzer und Günther Villgrattner.
Zwischen klassischer Moderne, Pop Art und digitalen Experimenten bot das Jubiläum reichlich Anlass, über Kreativität und ihren Wert nachzudenken.
Eine Handschrift seit mehr als drei Jahrzehnten
Seit den Anfängen prägt Johanna Penz die Messe. Internationale Kunst mit heimischen Positionen zusammenzubringen und Berührungsängste abzubauen, gehörte zu ihrem Gründungsgedanken. Nach drei Jahrzehnten interessiert deshalb ebenso die Beständigkeit dieser Idee wie ihre Weiterentwicklung.
„Krone“: Frau Penz, welche Entdeckung oder Begegnung dieser heurigen Jubiläumsmesse ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Johanna Penz: Trotz der derzeit spürbaren Zurückhaltung war die ARTfair gut besucht. Besonders freut mich, dass wir Menschen aller Generationen für Kunst begeistern konnten – darunter auch viele junge Begeisterte.
Zwischen Sonderschauen, junger Kunst, KI und Robotik: Welche Positionen haben das Publikum in diesem Jahr am meisten überrascht?
Besonders überrascht hat mich die überwältigende Presseresonanz auf die Sonderschau der Bettina Heinen-Ayech Foundation: Berichte aus 20 Ländern! Eine solche Resonanz habe ich selbst bei Francis Bacon, Andy Warhol oder Tom Wesselmann nicht erlebt.
Kunst und Luxus: Funktioniert das heute noch als Verkaufsversprechen – und welche Rolle spielen Haltung und Bedeutung beim Kauf?
Kunst ist längst nicht nur im Luxussegment zu finden. Es gibt attraktive Werke im mittleren Preisbereich und gerade bei junger Kunst erschwingliche Einstiegsmöglichkeiten. Die Preisspanne reicht von kleinen Beträgen bis in die Millionen – und in jeder Preislage gibt es Spannendes zu entdecken.
Spüren Sie bei den Besucherinnen und Besuchern ein stärkeres Interesse am Kaufen oder am Entdecken und Vernetzen?
Entdecken und Kaufen halten sich die Waage. Die ARTfair ergänzt etablierte zeitgenössische Kunst durch neue Tendenzen: KI-Kunst zeigen wir seit drei Jahren, heuer kam Robotik in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck hinzu. Das Publikum entdeckt Neues und bleibt seinen Künstlern treu. Besonders freut mich, dass auch junge Paare wiederkommen und sich jedes Jahr ein weiteres Bild ihres Lieblingskünstlers kaufen.
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