Die scheinbar heile Welt von SOS Kinderdorf wurde – wie ausführlich berichtet – durch zahlreiche Missbrauchsvorwürfe erschüttert. Der bundesweite Geschäftsführer verlor daraufhin seinen Job. Zu Unrecht? Er fordert nun am Landesgericht Innsbruck eine sechsstellige Summe.
Nach den schlimmen Missbrauchsfällen um die SOS-Kinderdörfer wurde das bereits zuvor ruhend gestellte Dienstverhältnis von Langzeitgeschäftsführer Christian Moser mit 5. Dezember 2025 aufgelöst – die „Krone“ berichtete. Aus „arbeitsrechtlichen Gründen“ machte die Organisation keine weiteren Angaben dazu.
Daher blieb auch weitgehend unklar, inwieweit es um eine Verantwortung des Geschäftsführers für die Causa geht, die die einst hoch geschätzte Institution massiv erschüttert hatte. 17 Jahre lang hatte Moser die Funktion inne.
Grundlage für Kündigung fehle völlig
Am Donnerstag kam es nun zum Start eines Vorfahrens vor dem Arbeits- und Sozialgericht am Landesgericht Innsbruck. Moser und sein Anwalt meldeten dabei eine Entschädigung an, da die Kündigung „jeder rechtlichen Grundlage“ entbehre. Zunächst wurden 284.000 Euro gefordert und bei Verhandlungsbeginn ergänzte man, auch einen Vergleich (168.000 Euro) akzeptieren zu wollen. Die Vertreter von SOS Kinderdorf willigten jedoch nicht ein. In der Folge ging es mit ersten Einvernahmen bereits um Inhaltliches.
Spendenrückgang schlägt auf Finanzen
Im Hintergrund stehen auch geringere finzielle Mittel der Organisation: Für das Jahr 2026 rechnet man laut Medienberichten mit einem Spendenrückgang von rund 20 Prozent, nachdem die Spenden bereits 2025 um 17 Prozent gesunken waren.
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