Der Teufel verliebt sich – und die Hölle steht kopf: Die Theatergruppe Ischgl spielt ab 8. November 2026 Kranewitters „Die Teufelsbraut“. Sissi Jehle inszeniert die Komödie in einer Bearbeitung des Lechtaler Musikers und Autors Christof Kammerlander.
Der Teufel macht Urlaub und verliebt sich. Was nach einem harmlosen Ausflug klingt, bringt bald die ganze Unterwelt in Aufruhr. Die Theatergruppe Ischgl nimmt sich Franz Kranewitters „Die Teufelsbraut“ vor: Am 8. November um 20 Uhr ist in der Silvretta Therme Premiere. Regie führt Sissi Jehle.
Eine Sommerfrische mit höllischen Folgen
Mit seinem Diener Stoffel zieht der Höllenfürst aufs Land, wo ihm die schöne Lisi den Kopf verdreht. Deren Verlobter Hansl beantwortet die Annäherung mit Prügeln. Doch damit ist die Sache nicht erledigt: Lisi soll in die Hölle. Dort gerät die teuflische Ordnung erst recht durcheinander.
Der komödiantische Reiz liegt im Blick auf die vermeintlichen Schreckensgestalten: Hinter Hörnern und Höllenmacht kommen Eitelkeit, Begehren und gekränkter Stolz zum Vorschein. Der Teufel wird zur erstaunlich menschlichen Figur.
Tiroler Klassiker zeigt seine komische Seite
Der aus Nassereith stammende Kranewitter, bekannt für seinen Dramenzyklus „Die sieben Todsünden“, veröffentlichte das Stück 1911 als „Tiroler Peterlspiel“ in vier Aufzügen. Die Uraufführung folgte am 24. Juni 1919 in den Innsbrucker Kammerspielen. Hier zeigt sich seine Lust am derben Witz und am Spiel mit dem Übernatürlichen. Die Hölle wird zur Bühne höchst irdischer Schwächen.
Es ist mir eine große Freude, Franz Kranewitters Stück mit meiner Neufassung neues Leben einzuhauchen. Ich bin mir sicher, auch er hätte seine Freude damit.

Christof Kammerlander, Autor und Musiker
Bild: Jeremias Plangger
Vom Lechtaler Lied zur Theaterbühne
In Ischgl wird Christof Kammerlanders Neufassung gespielt. Sie bündelt das vieraktige Original in zwei Akte; vorgesehen sind zwölf Rollen. Der Musiker und Autor aus Bach im Lechtal komponiert seit 2006 für die Geierwally-Freilichtbühne in Elbigenalp. Gemeinsam mit Schauspieler Bernhard Wolf schrieb er unter anderem „Lechufer – Anno 1800“ und „Die reiche Lisabeth“.
Mit Celina Perl und Elias Walch bildet er die Mundartpop-Band Lechufer. Sie ging 2018 aus dem gemeinsamen Bühnenprojekt hervor. Kammerlander stand dafür selbst als Darsteller auf der Bühne. Somit kennt Christof Kammerlander beide Seiten des Vorhangs.
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