Explosionen, Schüsse
“Krone” erlebte Befreiungsaktion nahe Paris mit
Dutzende Scharfschützen auf den Dächern, etliche Hubschrauber knatterten am Himmel. Hunderte Journalisten aus aller Welt hatten sich in der französischen Gemeinde Dammartin-en-Goele nahe dem Flughafen Charles de Gaulle eingefunden, um von der Geiselnahme, die ganz Europa in Atem hielt, zu berichten.
Auch die "Krone" erlebte das blutige Ende dieses Dramas hautnah mit. "Nach Stunden angespannten Wartens dann der Sturmangriff. Bei Einbruch der Dunkelheit, also gegen 17 Uhr, waren plötzlich Detonationen zu hören. Rauch stieg aus dem Druckereigebäude auf. Schüsse hallten. Gewehrsalven beendeten das Feuer. Die Einsatzkräfte hatten zuvor offenbar Blendgranaten ins Innere geworfen, um die Terroristen kampfunfähig zu machen."
Kein Weiterkommen bei Straßensperre
"Gleichzeitig machte sich auch ein Konvoi von Rettungswagen in Richtung Druckerei auf", so die "Krone"-Mitarbeiterin über die explosiven Minuten. Die Journalistin hatte nur Stunden zuvor einen verängstigten Taxifahrer regelrecht überreden müssen, sie zu der Straßensperre in der Nähe des Geiselnahmeorts zu fahren. Dort auf einem Hügel gleich nach einer Autobahnabfahrt positionierten sich Fotografen, Redakteure und Kameraleute. Die Journalisten beobachteten das Geschehen und warteten auf neue Meldungen. Von oben bot sich so ein Blick auf den abgeriegelten Schauplatz des Terrors.
Aber auch aus der Ferne erlebten die Reporter die finalen Augenblicke beinahe hautnah. "Plötzlich ging alles Schlag auf Schlag. Die beiden Terroristen des Attentats auf das Satireblatt 'Charlie Hebdo' rannten aus der Druckerei, in der sie sich sieben Stunden lang verschanzt hatten, direkt in die Salven von Scharfschützen! Und brachen tödlich getroffen zusammen."
"Geisel lebend geborgen"
"Ihre Geisel konnte lebend geborgen werden", schilderte unsere Reporterin. So wie ihr war allen Anwesenden vor Ort klar, dass in der kleinen französischen Gemeinde nach dem blutigen Attentat, der Verfolgungsjagd und dem Überfall auf die Druckerei samt blutigem Ende nichts mehr so sein wird wie zuvor.
Denn im Zuge der Polizeiaktion wurde der Ort von der Außenwelt abgeschnitten. Nur Busse und Dorfbewohner durften die Absperrungen passieren. Für alle anderen hieß es: "Kein Zugang!" Jedes Auto wurde strengstens kontrolliert und umgeleitet. Die Evakuierung von Schulen und Kindergärten war im Hintergrund vorbereitet worden. Denn 200 Mädchen und Buben saßen seit der Geiselnahme in ihren Klassenzimmern fest.
Großes Aufatmen nach Ende des Dramas
Schließlich durften auch die Bewohner ihre Häuser nicht mehr verlassen. Akute Lebensgefahr! Nach dem Ende des Dramas dann das große Aufatmen: Erleichtert gingen die Menschen auf die Straßen und freuten sich. Denn noch wussten sie nichts vom blutigen Ende im Pariser Supermarkt.
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