IHS-Direktor Bonin:

„Kein Mangel an Arbeit, aber an Arbeitskräften“

Tirol
17.10.2026 14:00

Der sich im Umbruch befindende Arbeitsmarkt stand im Fokus bei einer Dialog-Reihe des AMS Tirol. Hochkarätiger Gast dabei war der Direktor des IHS.

Die Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Denkwerkstatt trifft Zukunftsdialog“ fand kürzlich zum vierten Mal im AMS Tirol statt. Zusammen mit arbeit plus und Vertretern aus der Arbeitsmarktpolitik, der Wirtschaft, der Bildung sowie dem Sozialbereich wurden die Herausforderungen der sich wandelnden Arbeitswelt diskutiert. Hochkarätiger Gast auf dem Podium war Holger Bonin, der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS).

Trotz des massiven Umbruchs durch künstliche Intelligenz meint er, dass Österreich „künftig weniger mit einem Mangel an Arbeit als vielmehr mit einem Mangel an Arbeitskräften konfrontiert sein wird“.

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Die zentrale Herausforderung ist es, Menschen dort einzusetzen, wo sie den größten Beitrag leisten können.

Holger Bonin

Die Digitalisierung bedeute nicht das Ende von Beschäftigung, sondern verändere die Tätigkeiten, Anforderungen und Qualifikationen. Gebot der Stunde sei es, die vorhandenen Potenziale besser zu nutzen, die Menschen beim lebenslangen Lernen zu unterstützen und den Wandel der Arbeitswelt aktiv zu gestalten.

Das AMS kann eine Schlüsselrolle einnehmen, ist der IHS-Direktor überzeugt.
Das AMS kann eine Schlüsselrolle einnehmen, ist der IHS-Direktor überzeugt.(Bild: Christof Birbaumer)

Experte glaubt an Schlüsselrolle des AMS
„Die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre ist nicht, genügend Arbeit zu schaffen, sondern Menschen dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten laufend weiterzuentwickeln und dort einzusetzen, wo sie den größten Beitrag leisten können“, brachte es der IHS-Direktor treffend auf den Punkt. Dabei könne das AMS laut Bonin eine Schlüsselrolle einnehmen, indem es die Menschen nicht erst bei der Arbeitslosigkeit begleitet, sondern sie während des gesamten Erwerbslebens bei beruflichen Veränderungen unterstützt.

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Die Zukunft des Arbeitsmarktes entscheidet sich daran, wie gut es gelingt, Menschen bei Veränderungen zu begleiten.

Sabine Platzer-Werlberger

Weiterbildung und Co. als Erfolgsfaktoren
Diesen Ausführungen stimmte auch Sabine Platzer-Werlberger, die Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, zu: „Die Zukunft des Arbeitsmarktes entscheidet sich daran, wie gut es gelingt, Menschen bei Veränderungen zu begleiten. Weiterbildung, Chancengerechtigkeit und die Stärkung individueller Potenziale werden dabei zentrale Erfolgsfaktoren sein.“

Wandel als Chance
Unterdessen hob Melanie Spangler, die Geschäftsführerin von arbeit plus Tirol, die Rolle Sozialer Unternehmen hervor: „Der Wandel der Arbeitswelt eröffnet neue Chancen, kann bestehende Benachteiligungen aber auch verstärken. Entscheidend ist deshalb, Menschen gezielt dabei zu unterstützen, mit diesen Veränderungen Schritt zu halten. Soziale Unternehmen leisten dazu einen wichtigen Beitrag.“

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