200.000 Teilnehmer
Massendemo gegen Antisemitismus in Paris
Der 23-jährige Verkäufer Ilan Halimi war im Jänner von einer Vorstadt-Bande entführt worden, um Lösegeld zu erpressen. Während seiner dreiwöchigen Geiselhaft wurde er so schwer misshandelt, dass er an seinen Verletzungen starb. Die Ermittler in dem Fall schließen antisemitische Motive nicht aus.
"Es ist wichtig, dass die französische Gesellschaft erkennt, dass die kleinen antisemitischen und rassistischen Vorurteile schreckliche Konsequenzen haben können", sagte der Vorsitzende des französischen Zentralrats der Juden, Roger Cukierman. Sie dürften nicht mehr toleriert werden. Der Kardinal Jean-Marie Lustiger sagte, es sei nach dem grausamen Mord wichtig, "die Solidarität aller religiösen Gemeinschaften zu demonstrieren".
Schon im Vorfeld hatte es Proteste gegen die angekündigte Teilnahme von Mitgliedern der fremdenfeindlichen Partei Front National (FN) gegeben, die von den Organisatoren abgelehnt wurde. Ordner drängten mit "Rassist, Rassist"-Rufen am Sonntagnachmittag den Vorsitzenden der nationalistischen Bewegung für Frankreich (MPF), Philippe de Villiers, aus dem Demonstrationszug. Auch Villiers ist für fremdenfeindliche Äußerungen bekannt. Er war nach eigenen Angaben zu der Demonstration gekommen, um gegen "anti-französischen Rassismus" zu protestieren.
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