St. Lambrecht ist der jüngste steirische Luftkurort – und damit in exklusiver Gesellschaft. Denn um diese Bezeichnung zu erlangen, müssen strenge Voraussetzungen erfüllt werden.
Seit 1. Oktober darf sich die Gemeinde St. Lambrecht im Bezirk Murau – vor allem bekannt für sein Benediktinerstift und das Skigebiet Grebenzen – offiziell Luftkurort nennen. Zwar ist die Steiermark über weite Strecken mit guter Luft gesegnet, die Bezeichnung Luftkurort ist dennoch rar und unterliegt strengen Voraussetzungen.
Gemeinden müssen einen Antrag beim Land Steiermark stellen und diverse Gutachten vorlegen. „Zunächst gibt es allgemeine Voraussetzungen für einen Kurort, wie eine einwandfreie Trinkwasserversorgung, eine Apotheke im Ort, einen ständig anwesenden Arzt und so weiter“, erklärt Florian Weihs, zuständiger Referent in der Gesundheitsabteilung des Landes. „Und dann muss der Ort über spezielle ortsgebundene klimatische Faktoren verfügen, und diese müssen eine wissenschaftlich anerkannte Heilwirkung ausüben.“ Es sind unter anderem Schall-, Luftgüte und Klimagutachten einzureichen.
Die Messungen werden teilweise über ein ganzes Jahr hinweg durchgeführt, um ein möglichst ganzheitliches Bild zu bekommen. Noch strenger sind die Kriterien für heilklimatische Kurorte: Hier muss die Luft nachweislich förderlich zur Genesung von gewissen Krankheiten sein.
Wir erwarten uns, dass wir als Gemeinde weiter an Attraktivität gewinnen, und man sieht, dass es sich lohnt, bei uns zu wohnen und Urlaub zu machen.

Fritz Sperl, Bürgermeister St. Lambrecht
Bild: Gemeinde St. Lambrecht/Mediadome
Kurabgabe spült Geld in die Gemeindekasse
Im Fall von St. Lambrecht sind von der Idee und dem Antrag bis zur offiziellen Anerkennung rund sechs Jahre vergangen. Ursprünglich wollte man eine Luftkurregion mit Nachbargemeinden werden, dort hakte es allerdings an gewissen Faktoren. „Bei uns haben aber alle Voraussetzungen gepasst, wir mussten nichts nachjustieren“, sagt Bürgermeister Fritz Sperl. Das Prozedere sei langwierig und mühevoll gewesen, „aber wir sind ja schon seit Jahrzehnten Naturparkgemeinde, der Luftkurort ist eine weitere Bestätigung, dass es sich lohnt, bei uns zu wohnen und Urlaub zu machen“, so der Ortschef. Man verspricht sich eine Attraktivierung der Gemeinde, gleichermaßen für Einheimische wie Touristen.
Positiver Nebeneffekt für die Gemeindekasse: Als Kurort kann man bei Nächtigungen eine Abgabe einheben, die zu 100 Prozent in der Gemeinde bleibt. Davon profitiert auch Grundlsee, seit 2017 ein Luftkurort. „Es hat sich sehr positiv entwickelt, nicht nur wegen der zusätzlichen Einnahmen“, sagt Bürgermeister Franz Steinegger. „Wir finden, es ist das höchste Qualitätsprädikat für eine Gemeinde, da hat man sofort ein positives Bild im Kopf.“
Einen Antrag kann grundsätzlich jede Gemeinde stellen. „Wenn wir aber gleich sehen, das wird sich nicht ausgehen, kommunizieren wir das offen, um der Gemeinde Kosten zu ersparen“, sagt Florian Weihs. Pro Jahr gebe es auch nur ein bis zwei Anträge. „Es laufen auch aktuell Verfahren, aber noch im frühen Stadium, da möchte ich nicht vorgreifen.“
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