24.02.2006 08:46 |

Putschversuch

Philippinische Präsidentin ruft Notstand aus

Die philippinische Präsidentin Arroyo hat nach einem gescheiterten Umsturzversuch am Freitag den Notstand über das Land verhängt. Der Stabschef hatte zuvor erklärt, die Regierung nehme "acht bis zehn Personen - Soldaten, Zivilisten und Finanziers" fest. Es habe einen klaren Versuch gegeben, die Macht an sich zu reißen. Durch die schnelle Reaktion des Militärs sei die Lage nun unter Kontrolle.

Zuvor hatte die Armee die Festnahme zweier ranghoher Militärs und eines Polizeichefs bekannt gegeben. Dabei handele es sich um den Kommandanten einer Elitetruppe, den Kommandanten einer Marinebrigade und den Chef einer Sonder-Eingreiftruppe der Polizei.

Die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt Manila waren deutlich verstärkt worden. Alle Zufahrtsstraßen zum Präsidentenpalast wurden nach Fernsehberichten mit Stacheldraht abgesperrt, während Hunderte von Polizisten an Kontrollpunkten Posten bezogen. Der Schulunterricht in Manila wurde "aus Sicherheitsgründen" abgesagt.

Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass bereits im Jänner 14 Jungoffiziere festgesetzt worden seien, die angeblich Umsturzpläne gegen die Regierung geschmiedet hatten. Die Staatschefin steht seit Juni vorigen Jahres unter politischem Druck, weil sie die Präsidentenwahl 2004 manipuliert haben soll. Auf mehreren Demonstrationen wurde ihr sofortiger Rücktritt verlangt.

Die Präsidentin hatte im Juli 2003 einen Umsturzversuch von rund zweihundert Soldaten überstanden. Im vergangenen Jahr scheiterte auch ein Amtsenthebungsverfahren. Arroyo bestreitet die Vorwürfe und lehnt einen Amtsverzicht ab.