Mo, 16. Juli 2018

Publizist erklärt:

27.12.2014 10:58

"IS profitiert von Pegida-Demos in Deutschland"

Der sogenannte Islamische Staat profitiert nach Einschätzung des deutschen Publizisten und Ex-Politikers Jürgen Todenhöfer von den Pegida-Demonstrationen in Deutschland. Todenhöfer teilte seine Ansichten der Zeitung "Die Welt" mit, nachdem er die IS-Herrschaftsgebiete in Syrien und im Irak besucht hatte.

"Ich war im Islamischen Staat viel mit deutschen Dschihadisten zusammen. Die freuen sich über Pegida und hoffen, dass es dadurch zu Gegenreaktionen von radikalen Muslimen kommt", sagte Todenhöfer. "Eine Eskalation treibt ihnen neue Kämpfer zu." Pegida spiele letztlich das Spiel des IS - "natürlich ungewollt", fügte der Publizist hinzu.

"Pegida" steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Das Bündnis, das seit Wochen regelmäßig zu Kundgebungen aufruft, wendet sich unter anderem gegen eine angebliche Überfremdung Deutschlands und will ein schärferes Asylgesetz.

Begegnung mit IS-Kämpfern war ernüchternd
Über seine Begegnungen "mit der gefährlichsten Gruppe der Welt", äußerte sich Todenhöfer ernüchtert: "Bei manchen Gesprächen mit Führern der afghanischen Taliban und anderen radikalen Gruppen hatte ich eine Chance, Nachdenklichkeit zu erzielen." Beim IS sei er dagegen "chancenlos" gewesen. "Die sind völlig überzeugt davon, eine historische Mission zu erfüllen", sagte Todenhöfer, der zehn Tage lang die Konfliktgebiete bereist hatte, um für ein Buch zu recherchieren.

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