Doch um Rache üben zu können, muss Hector sich erst wieder mit jenen dunklen Mächten verbünden, denen er zuvor abgeschworen hatte. In Hector schlummert nämlich ein erstaunliches Talent: Er ist einer von zwei Teufelsschmiedemeistern. Doch was das zu bedeuten hat, dazu später mehr.
"Castlevania - Curse of Darkness" beginnt - wie es sich für ein Spiel im Vampir-Genre gehört - am Schloss des Grafen Dracula. Aus einer 3rd-Person-Perspektive steuert der Spieler den Helden Hector durch die weitläufigen Gänge und Räumlichkeiten des gräfischen Anwesens sowie einige Außenlevel. Unter Einsatz von Waffengewalt und jeder Menge Knöpfe-Gedrücke bahnt sich Hector seinen Weg durch Monsterscharen, wie Skelette, Zombies sowie andere mehr oder weniger lebendige Scheußlichkeiten und trifft schließlich auf diverse Boss-Gegner.
Was bis dato nach einem recht gewöhnlichen Hack'n'Slay-Spiel klingt, entfaltet aber nach und nach seinen ganz eigenen Reiz. Dies ist auf zwei Dinge zurückzuführen: Das Schmieden von Teufeln und das Kombinieren von Materialien zu neuen Waffen. Als Teufelsschmiedemeister kann Hector nämlich kleine Teufelchen beschwören, die von nun an dem Helden tapfer zur Seite stehen. Ebenso wie Hector erlernen die Teufelchen mit zunehmender Erfahrung neue Fähigkeiten, so dass aus kleinen Ungeheuern schnell ein großer Golem werden kann. In einem Laden können aus "Teufelsscherben" neue Teufel erweckt werden, so dass nach einer Weile für jede Anforderung ein passendes Teufelchen parat steht.
Über das digitale Steuerkreuz kann der Spieler seinen Mitstreitern nun Befehle erteilen (heilen, diverse Angriffe oder um z.B. Schatztruhen zu öffnen), was dem Spiel eine gewisse taktische Komponente verleiht. Ebenfalls für Spannung sorgt das Kombinieren gefundener Materialien, wie Aluminium oder Bronze, zu neuen Waffen oder Rüstungsgegenständen. Stückchen für Stückchen bastelt der Held sich seine Ritter-Ausrüstung also selbst, wobei nie ganz zu erahnen ist, ob das Experiment zu einer besseren oder schlechteren Waffe führt.
Grafisch ist man bei "Curse of Castlevania" nicht ganz auf dem neuesten Stand. Intro und Zwischensequenzen sind aufwendig gestaltet und auch äußerst ansprechend vertont, aber das Leveldesign lässt auf Dauer zu Wünschen übrig: gleich aussehende Räumlichkeiten gibt es zur Genüge. Nicht jeder Spieler dürfte zudem ein Freund der asiatisch-bunten Gegner und Menüoberfläche sein. Hinzu kommt ein mysteriöser grauer Nebel, der die Sicht auf weiter vorne Liegendes versperrt. Auch die Musik - Barock trifft auf Synthesizer - bleibt Geschmackssache, hätte aber auf jeden Fall ein wenig mehr Variation vertragen können.
Fazit: "Castlevania - Curse of Darkness" braucht ein wenig Zeit, um seinen Charme zu entfalten. Das Schmieden von Teufeln und Waffen entwickelt dann jedoch einen eigenen Reiz, der für Langzeitmotivation sorgen sollte. Da die Präsentation nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte, sei ein Anspielen wärmstens empfohlen.
Plattform: PS2 (getestet), Xbox
Publisher: Konami
Krone.at-Wertung: 74%
von Sebastian Räuchle
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