Was jahrelang heftig umstritten war, wird nun Stück für Stück zur Realität: Der Ringschluss um Wiener Neustadt soll bis Herbst 2027 fertig sein. Bereits vor Baubeginn gab es zahlreiche Proteste gegen dieses Projekt.
Seit dem Start der Hauptarbeiten im Juni 2025 hat sich auf der 4,3 Kilometer langen Trasse viel getan. Die Dammschüttung ist auf der gesamten Strecke abgeschlossen, fünf von sechs Brücken sind fertig. Auch die neue nördliche Anschlussstelle B60/B21b/ B17, die verlegte L4089 sowie der Geh- und Radweg entlang der B60 sind bereits fertig.
Auf Hochtouren laufen derzeit Pflasterungsarbeiten, der Aufbau der Haupttrasse und die Errichtung des Lärmschutzes. Die Überführungen „Am Triangel“ und „Rechte Kanalzeile“ sollen noch im Oktober für den Verkehr freigegeben werden.
Projekt jahrzehntelang heftig umstritten
Der Ringschluss ist das letzte fehlende Stück des Straßenrings um Wiener Neustadt. Rund 45 Millionen Euro werden investiert. Ziel ist es, vor allem die stark belasteten Grazer Straße und Nestroy Straße zu entlasten und damit den Verkehr aus den Wohngebieten zu bringen. „Damit schaffen wir mehr Lebensqualität für die Menschen“, freut sich Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger. Doch kaum ein Straßenprojekt in Niederösterreich war zuletzt so umstritten. Bereits beim Baubeginn 2024 warnten Gegner vor Bodenversiegelung und negativen Folgen für Klima und Umwelt. Sie bezweifelten zudem, dass die ursprünglich veranschlagten Kosten von rund 40 Millionen Euro ausreichen würden.
Befürworter verwiesen dagegen auf die jahrzehntelangen Forderungen nach einer Verkehrsentlastung und auf die geplanten Ersatzaufforstungen.
Bei der Umsetzung wird vor allem auf niederösterreichische und regional verankerte Unternehmen gesetzt. „Für mich zählt, dass unsere Landsleute davon profitieren und die Verbesserungen im Alltag auch ankommen“, so Verkehrslandesrat Udo Landbauer.
Läuft alles nach Plan, sollen die ersten Fahrzeuge im Herbst 2027 über den fertigen Ringschluss rollen.
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