Tierleid auf Bauernhof

Cobra erschoss Stier: Behörde versagte seit Jahren

Tirol
08.10.2026 18:00

Gegen jenen Bauern aus dem Tiroler Achenkirch, dem kürzlich Tiere wegen schlechter Haltung abgenommen wurden, gab es früher schon Anzeigen. Konsequenzen blieben aus, die Landwirtschaftskammer will den Bauern nur vom Beantragen von Förderungen kennen ...

Erst wurde der Landwirt vom eigenen Stier verletzt, dann gab es eine Razzia der Behörden. Die Cobra musste den Stier erschießen, die Behörden beschlagnahmten einige Kühe. Soweit die letzten Ereignisse auf dem Bauernhof in Achenkirch (Bezirk Schwaz). Tierhalteverbot für den Landwirt gibt es jedoch keines, dabei erhebt eine Achenkircher Bürgerin schwere Vorwürfe gegen ihn – und die Behörden.

Eine Flut an Anzeigen
In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Meldungen und Anzeigen aus der Bevölkerung beim Amtstierarzt eingelangt, heißt es in einem Schreiben an die „Krone“. „Die Verwahrlosung und das qualvolle Verenden einzelner Tiere waren bekannt, ein konsequentes Handeln der zuständigen Stellen blieb jedoch bis vor Kurzem aus.“

Ein bedauernswerter Stier musste von der Cobra erschossen werden.
Ein bedauernswerter Stier musste von der Cobra erschossen werden.(Bild: ZOOM Tirol)

Angst vor unberechenbarem Landwirt 
Die Verfasserin will freilich anonym bleiben – „aus persönlichen Sicherheitsgründen“, wie es heißt. Denn das Verhalten des Landwirts sei schwer einschätzbar ...

Kritisiert wird auch, dass Kontrollen des Amtstierarztes offenbar stets angemeldet gewesen seien – ganz im Gegensatz zu anderen Branchen. Dies habe den Kontrollen die Schärfe genommen.

Weideflächen bei Razzia übersehen?
Der Bauer habe außerdem zwei zusätzliche Weideflächen abseits des Bauernhauses, auf denen sich derzeit weitere Kühe befinden. Dort sei das Futter seit Wochen knapp, die Weiden aber bei der Razzia von vergangenem Donnerstag wohl nicht kontrolliert worden.

Rind auf Weide verendet
Die Schreiberin gibt an, bereits vor zwei Jahren selbst Anzeige beim Amtstierarzt erstattet zu haben, nachdem ein Jahrling auf der Weide wegen mangelnder Versorgung verendet sei. Das Verenden des Kalbs blieb jedoch ohne Konsequenz.

Zitat Icon

Der betreffende Bauer hat bei uns Flächenförderungen beantragt, das Problem mit den Tieren war bis zuletzt jedoch nicht bekannt.

Josef Hechenberger, Präsident Landwirtschaftskammer Tirol

Skandalbauer bekam trotzdem Förderungen 
Die Landwirtschaftskammer Tirol will von den Vorgängen der vergangenen Jahre nichts gewusst haben. „Der betreffende Bauer hat bei uns Flächenförderungen beantragt, das Problem mit den Tieren war bis zuletzt jedoch nicht bekannt“, schildert Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, gegenüber der „Krone“.

Aktiv werde man jetzt als Kammer allerdings keine weiteren Kontrollen beantragen. Der zuständige Amtstierarzt hatte am Donnerstag für eine Stellungnahme vorerst keine Zeit.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung